Zehn Spiele ohne Sieg, Tabellenplatz 15, nur ein Punkt Vorsprung auf den Relegationsrang – beim SV Werder Bremen herrscht Alarm. Jetzt hat sich mit Mario Basler einer der prominentesten Stimmen des deutschen Fußballs zu Wort gemeldet und an seinem Ex-Klub kein gutes Haar gelassen.
Der 30-malige Nationalspieler, der selbst zwischen 1993 und 1996 für Werder spielte und 1994 den Europapokal der Pokalsieger gewann, zeichnet ein düsteres Bild der aktuellen Lage an der Weser. In einem Interview mit SPORT1 machte Basler unmissverständlich klar, was er von der derzeitigen sportlichen Situation hält: Die Mannschaft spiele schlechten Fußball, und die Tabellenplatzierung sei die logische Konsequenz dessen, was in der Hinrunde geboten wurde.
Werder steht nach 20 Spieltagen mit 19 Punkten auf dem 15. Rang, der Abstiegszone bedrohlich nah. Die letzte Siegesserie liegt Monate zurück – seit Anfang November konnten die Grün-Weißen kein einziges Bundesligaspiel mehr gewinnen. Das 1:1 gegen Borussia Mönchengladbach Ende Januar, bei dem Keke Topp in der Nachspielzeit den späten Ausgleich erzielte, war nur ein weiterer Beleg für die akute Formkrise.
Baslers Abstiegswarnung: “Die Tendenz ist ganz klar”
Besonders die anhaltende Verletzungsmisere bereitet Basler Sorgen. Mit Niklas Stark, Maximilian Wöber und Amos Pieper fallen aktuell gleich drei Innenverteidiger aus. Stark laboriert seit Wochen an Hüftbeschwerden und kam in der gesamten Saison nur auf sieben Einsätze. Wöber kämpft mit wiederkehrenden muskulären Problemen, und Pieper musste sich nach einer Infektion infolge einer Fleischwunde am Knie, die er sich im Spiel bei Bayer Leverkusen zugezogen hatte, einer Operation unterziehen. Hinzu kommen die Langzeitausfälle von Mitchell Weiser (Kreuzbandriss) und Felix Agu (Syndesmosebandverletzung).
“Wenn es mit den Verletzten so bleibt und sie weiter nicht zurückkommen, dann glaube ich, wird Werder Bremen ein Problem kriegen. Die Tendenz zeigt im Moment ganz klar, dass sie gegen den Abstieg spielen – und dass sie vielleicht auch absteigen.” – Mario Basler
Ein Abstieg in die 2. Bundesliga wäre für den viermaligen Deutschen Meister und sechsmaligen DFB-Pokalsieger ein sportliches Desaster. Basler selbst bezeichnete ein solches Szenario als “schlimm” für seinen ehemaligen Verein.
Trainerwechsel unter schwierigen Vorzeichen
Die Trennung von Horst Steffen nach dem Gladbach-Remis kam nicht überraschend, allerdings gestaltete sich die Suche nach einem Nachfolger ungewöhnlich holprig. Mit Bo Svensson und Bo Henriksen sagten gleich zwei Wunschkandidaten ab, bevor der Verein am Mittwoch Daniel Thioune als neuen Cheftrainer präsentierte. Basler deutete die Absagen der Dänen als alarmierendes Signal: Etablierte Trainer hätten offenbar kein Vertrauen darin, dass Werder die Klasse halten könne.
Thioune, der zuletzt dreieinhalb Jahre bei Fortuna Düsseldorf arbeitete und dort im Oktober nach einem schwachen Saisonstart entlassen wurde, bringt keine Erfahrung als Bundesliga-Trainer mit. Dass er zwischen 2020 und 2021 ausgerechnet den Erzrivalen Hamburger SV trainierte, macht die Personalie aus Bremer Sicht zusätzlich pikant. Basler sieht in der fehlenden erstklassigen Erfahrung ein Risiko – besonders angesichts der angespannten Personallage.
Immerhin bringt Thioune Erfahrung im Abstiegskampf mit. Als er 2022 in Düsseldorf übernahm, stand die Fortuna ebenfalls auf Platz 15 – am Saisonende befand sich der Klub im gesicherten Mittelfeld. Ein Jahr später führte er die Mannschaft auf Platz vier der 2. Bundesliga und scheiterte 2024 erst in der Relegation gegen den VfL Bochum am Bundesliga-Aufstieg. Zudem kennt er mit Felix Agu und Christian Groß bereits Spieler und Mitarbeiter aus seiner Osnabrücker Zeit. Seine Spielphilosophie beschrieb er bei seiner Vorstellung selbstbewusst: schnelles Umschaltspiel, Tiefe vor Breite, hohes Tempo und maximale Intensität.
Geschäftsführer Fritz unter massivem Druck
Der größte Teil von Baslers Kritik richtete sich jedoch nicht gegen den Trainer, sondern gegen die sportliche Führung – insbesondere Geschäftsführer Clemens Fritz. Dem ehemaligen Werder-Kapitän warf Basler vor, zu passiv und zu wenig präsent zu agieren. In Bremen sei alles zu familiär und zu ruhig. Ein Geschäftsführer müsse auch einmal auf die Mannschaft losgehen und sich deutlich zu Wort melden.
Basler steht mit dieser Einschätzung keineswegs allein. Die Kritik an Fritz hat in den vergangenen Wochen auch unter den Fans erheblich zugenommen. Bei der Heimpartie gegen Eintracht Frankfurt zeigten Ultras ein Banner mit der Aufschrift “Fritz verleihen” – eine ironische Anspielung auf eine peinliche Episode rund um die Wintertransfers. Fritz und sein Sportlicher Leiter Peter Niemeyer hatten fälschlicherweise angenommen, ihr Leih-Kontingent sei bereits ausgeschöpft, bis sie vom Online-Portal transfermarkt.de eines Besseren belehrt wurden. Hinzu kam der Faux-pas, dass im Arbeitsvertrag von Horst Steffen keine branchenübliche Abfindungsklausel verankert wurde – der entlassene Trainer hat nun noch über 28 Monate lang Anspruch auf sein volles Gehalt.
Eine von Fans initiierte Petition zur Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung verdeutlicht, wie tief das Vertrauen in die sportliche Führung erschüttert ist.
Der Fall Boniface: Ein Transfer mit Ansage gescheitert
Besonders hart ging Basler mit der Transferpolitik ins Gericht. Das mittlerweile abgebrochene Leihgeschäft von Victor Boniface bezeichnete er als kompletten Fehlgriff. Der nigerianische Nationalspieler, der im Sommer als großer Coup von Bayer Leverkusen ausgeliehen wurde, kam in elf Einsätzen auf keinen einzigen Treffer und stand dabei durchschnittlich nur rund 30 Minuten auf dem Platz. Dass Boniface zuvor bereits bei der AC Mailand durch den Medizincheck gefallen war, hätte ein deutliches Warnsignal sein müssen.
Letztlich musste die Leihe vorzeitig abgebrochen werden, nachdem eine Knieverletzung eine Operation erforderlich machte. Boniface fällt für den Rest der Saison aus. Fritz selbst hatte bei der Verpflichtung noch betont, man habe “große Lust” bei dem Spieler gespürt – im Nachhinein wirkt diese Einschätzung wie eine fatale Fehlkalkulation.
Doch Boniface ist nur die Spitze des Eisbergs. Auch teurere Transfers wie Samuel Mbangula (10 Millionen Euro von Juventus Turin) blieben bislang weit hinter den Erwartungen zurück. Insgesamt gab der Verein für Spieler wie Skelly Alvero, Keke Topp, Julian Malatini und Olivier Deman zusammen rund 13 Millionen Euro aus, ohne sportlich entsprechende Gegenwerte zu erhalten – eine beträchtliche Summe für einen Klub, der jeden Euro zweimal umdrehen muss.
Zwischen Hoffnung und letzter Chance
Trotz seiner deutlichen Kritik verliert Basler den Blick für das Positive nicht völlig. Er wünscht sich, dass sich Mannschaft und Verantwortliche zusammenreißen. Die Fans an der Weser hätten es verdient, erstklassigen Fußball zu sehen. Doch mit “Unentschieden und Angsthasenfußball” werde man den Klassenerhalt nicht schaffen.
Daniel Thioune formulierte bei seiner Vorstellung klare Ziele und eine emotionale Verbindung zum Verein: Sein Vater sei großer Bremen-Fan gewesen, er erinnere sich an die großen Jahre unter Otto Rehhagel. Nun liegt es an ihm, den sportlichen Abwärtstrend zu stoppen – und das unter denkbar schwierigen Bedingungen. Am Samstag beim SC Freiburg hat er zum ersten Mal die Gelegenheit, die seit Monaten andauernde Sieglos-Serie zu beenden und den Fans an der Weser wieder Hoffnung zu geben.
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der Trainerwechsel den erhofften Impuls bringt – oder ob Werder Bremen tatsächlich dem Schicksal entgegengeht, das Mario Basler bereits befürchtet.



In der Favoritenrolle steht Dänemark klar an der Spitze. Die Skandinavier haben sich in den vergangenen Jahren als dominierende Kraft im Welthandball etabliert. Viermal in Folge holten die Dänen den WM-Titel, 2024 folgte die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Paris.
Als Europameister von 2024 reist Frankreich mit breiter Brust nach Skandinavien. Die “Equipe Tricolore” kommt mit beeindruckender Form zum Turnier – in den letzten zehn Länderspielen gab es neun Siege in Folge, darunter gegen Top-Nationen wie Dänemark (zweimal), Schweden, Norwegen und Island.
Die deutsche Handball-Nationalmannschaft reist mit großen Zielen zur EM. Nach Olympia-Silber 2024 in Paris und Platz 6 bei der WM 2025 soll nun eine Medaille her. Das erklärte Ziel ist mindestens das Halbfinale.
Aston Villa geht als klarer Favorit in die Saison. Nach statistischen Simulationen wird dem englischen Traditionsverein eine Gewinnwahrscheinlichkeit von 23,3 Prozent zugerechnet. Ein entscheidender Faktor ist Trainer Unai Emery, der bereits viermal die Europa League gewann – dreimal mit dem FC Sevilla und einmal mit dem FC Villarreal. Mit dem höchsten Kaderwert aller Teilnehmer und einer starken Mischung aus Erfahrung und Qualität zählt Villa zu Recht zu den heißesten Anwärtern auf den Titel.
Die AS Rom wird mit einer Gewinnchance von rund 13 Prozent als zweiter großer Favorit gehandelt. Die Römer verfügen über internationale Erfahrung und einen hochkarätigen Kader mit Spielern wie Paulo Dybala. Mit einem ausgewogenen Spielplan in der Ligaphase haben die Giallorossi gute Chancen, weit zu kommen.
Der FC Porto zählt ebenfalls zu den Top-Favoriten. Die Portugiesen haben eine lange Tradition in europäischen Wettbewerben und verfügen mit Samu Omorodion über einen der gefährlichsten Stürmer des Turniers. Als Geheimtipp könnte Porto für Überraschungen sorgen.
Der SC Freiburg zeigt sich in seiner ersten Europa-League-Saison seit 13 Jahren von seiner besten Seite. Nach sechs Spieltagen steht der Sport-Club auf einem beeindruckenden fünften Platz. Mit einem 1:0-Sieg gegen RB Salzburg und starken Auswärtsauftritten hat Freiburg den direkten Einzug ins Achtelfinale fest im Blick. Besonders bemerkenswert: Die Breisgauer sind bislang noch ungeschlagen in der Ligaphase.
Der VfB Stuttgart, DFB-Pokalsieger und erstmals seit 2012/13 wieder in der Europa League vertreten, steht nach sechs Spieltagen auf Rang neun. Nach einem überzeugenden 4:1-Heimsieg gegen Maccabi Tel Aviv haben die Schwaben gute Chancen, mindestens die Play-offs zu erreichen. Das schwere Auswärtsspiel bei der AS Rom am 22. Januar 2026 wird richtungsweisend für die weiteren Ambitionen sein.


