WM 2026 Mannschaften: Alle 48 qualifizierten Teams der Weltmeisterschaft

Natalia Schubert
geprüft von Lukas Stratmann | 13 Min. Lesezeit

WM 2026 Mannschaften – erstmals in der Geschichte treten 48 Teams bei einer Fußball-Weltmeisterschaft an. Das Turnier in den USA, Kanada und Mexiko (11. Juni bis 19. Juli 2026) ist die größte WM aller Zeiten: 104 Spiele in 16 Stadien, verteilt über drei Länder. Die WM 2026 Teilnehmer kommen aus allen sechs FIFA-Konföderationen – von Rekordweltmeister Brasilien über WM-Neuling Curaçao bis zum historisch ersten garantierten OFC-Vertreter Neuseeland. Alle WM 2026 qualifizierten Teams stehen seit dem 31. März 2026 fest, als die letzten Playoff-Teilnehmer ihre Tickets lösten. In diesem Artikel findest du die komplette Liste aller WM 2026 qualifizierte Teams mit Trainern, FIFA-Rankings und Kaderwerten – sortiert nach Konföderation. Dazu analysieren wir die Geheimfavoriten des Turniers und verraten, wann die WM 2026 Kader Nominierungen stattfinden. Alle WM 2026 Trainer, alle WM 2026 Stars, alle WM 2026 Kader – der definitive Überblick.

48 Teams aus 6 Konföderationen – so viele wie nie

Die Aufstockung von 32 auf 48 WM 2026 Mannschaften ist die größte Strukturreform in der WM-Geschichte. Die Verteilung der Startplätze nach Konföderation: Europa (UEFA) stellt mit 16 Teams das größte Kontingent, gefolgt von Afrika (CAF) mit 9, Asien (AFC) mit 8, Südamerika (CONMEBOL) und Nord-/Mittelamerika (CONCACAF) mit je 6, sowie Ozeanien (OFC) mit 1 Team. Zwei weitere Plätze wurden über das interkontinentale Playoff-Turnier vergeben.

Das erweiterte Format bringt erstmals WM-Debütanten wie Jordanien, Kap Verde, Usbekistan und den deutschen Vorrundengegner Curaçao auf die größte Bühne des Weltfußballs. Curaçao ist mit seinen 156.000 Einwohnern der kleinste WM-Teilnehmer der Geschichte. Historisch bedeutsam: Neuseeland erhielt als OFC-Vertreter erstmals einen garantierten Startplatz – bisher musste der ozeanische Vertreter stets über ein interkontinentales Playoff. Die WM 2026 alle Teams bilden ein Spektrum, das von Frankreich (FIFA-Rang 1, Kaderwert 1,27 Milliarden Euro) bis Curaçao (FIFA-Rang 95, Kaderwert 10 Millionen Euro) reicht – eine Bandbreite, die den Charakter dieses Turniers definiert.

Das Turnierformat: 12 Gruppen à 4 Teams, die beiden Erstplatzierten und die 8 besten Gruppendritten ziehen in die K.o.-Runde ein (Sechzehntelfinale). Insgesamt kommen 32 von 48 Teams weiter – eine Durchlässigkeit, die selbst bei einer schwachen Gruppenphase das Weiterkommen ermöglicht. Alle Gruppen im Detail: WM 2026 Gruppen.

Europa (UEFA) – 16 Mannschaften

Europa stellt das stärkste Kontingent: 16 der 48 WM 2026 Teilnehmer kommen aus der UEFA. Unter ihnen befinden sich die Top 3 der FIFA-Weltrangliste (Frankreich, Spanien, England), der amtierende Europameister (Spanien), der Nations-League-Sieger (Portugal) und mit Deutschland, Kroatien und den Niederlanden drei weitere Teams, die bei den letzten beiden Weltmeisterschaften jeweils mindestens das Viertelfinale erreichten. Prominentester Abwesender: Italien, das zum zweiten Mal in Folge die WM verpasst.

Team Trainer FIFA Gruppe Kaderwert
Frankreich Didier Deschamps 1 I 1.270 Mio. €
Spanien Luis de la Fuente 2 H 919 Mio. €
England Thomas Tuchel 3 L 1.290 Mio. €
Portugal Roberto Martínez 5 K 810 Mio. €
Niederlande Ronald Koeman 7 F 801 Mio. €
Belgien Rudi Garcia 8 G 540 Mio. €
Kroatien Zlatko Dalić 9 L 340 Mio. €
Deutschland Julian Nagelsmann 10 E 784 Mio. €
Schweiz Murat Yakin 16 B 280 Mio. €
Österreich Ralf Rangnick 19 J 250 Mio. €
Norwegen Ståle Solbakken 32 I 310 Mio. €
Schottland Steve Clarke 36 C 180 Mio. €
Türkei Vincenzo Montella 37 D 290 Mio. €
Schweden Jon Dahl Tomasson 38 F 200 Mio. €
Tschechien Ivan Hašek 43 A 160 Mio. €
Bosnien-Herzegowina Sergej Barbarez 65 B 80 Mio. €

Die europäischen WM 2026 Mannschaften vereinen einen Gesamtkaderwert von über 8 Milliarden Euro – mehr als alle anderen Konföderationen zusammen. England stellt mit 1,29 Milliarden Euro den teuersten Einzelkader, gefolgt von Frankreich (1,27 Mrd. €). Frankreich unter Deschamps (letztes Turnier des Trainers) ist mit dem Aufstieg zur FIFA-Nummer 1 im April 2026 der formstärkste WM 2026 Teilnehmer Europas – Mbappé, Saliba und Olise (Bayern München) bilden die Achse. Spanien als Europameister 2024 bringt mit Yamal (18!) und Rodri (zurück nach Kreuzbandriss) die vielleicht aufregendste Offensivreihe des Turniers mit. England unter dem deutschen Trainer Tuchel absolvierte eine perfekte Qualifikation: 8 Siege, 0 Gegentore – ein historischer Rekord.

Portugal reist als Nations-League-Sieger 2025 an und bietet mit Ronaldos letzter WM (41 Jahre) die emotionalste Story Europas. Die Niederlande unter Koeman (2. Amtszeit) dominierte die Qualifikation offensiv (27:4 Tore), sucht aber einen echten Torjäger. Belgien unter dem neuen Trainer Rudi Garcia (Tedesco wurde im Januar 2025 entlassen) hat mit De Bruynes letzter WM eine weitere Abschiedsgeschichte. Kroatien (Dalić, seit 2017) kommt mit der Erfahrung aus dem WM-Finale 2018 und Bronze 2022 – Modrić (40) will seinen Zenit krönen. Deutschland unter Nagelsmann trifft in Gruppe E auf Curaçao, Elfenbeinküste und Ecuador.

Die Schweiz (Yakin) bringt Nations-League-Erfahrung mit und gilt in Gruppe B als Favorit. Österreich unter Rangnick hat mit dem Pressing-System eine klare taktische Identität und trifft in Gruppe J auf Argentinien. Norwegen ist erstmals seit 1998 dabei – Haaland erzielte 16 Quali-Tore (europäischer Bestwert!) und bildet mit Ødegaard die gefährlichste Angriffsachse Skandinaviens. Schottland (erstmals seit 1998 bei einer WM) wird in Gruppe C gegen Brasilien und Marokko kämpfen müssen. Die Türkei unter Montella setzte sich im Playoff gegen den Kosovo durch. Schweden kehrte über das Playoff zurück (3:2 gegen Polen im Finale, Isak traf doppelt). Tschechien bezwang Dänemark im Playoff, Bosnien-Herzegowina gewann sensationell gegen Italien – das Aus der Azzurri ist die größte Schlagzeile der gesamten Qualifikation.

Südamerika (CONMEBOL) – 6 Mannschaften

Die CONMEBOL-Qualifikation – 18 Spiele im Liga-Format, alle gegen alle – ist der härteste Qualifikationsweg im Weltfußball. Die sechs südamerikanischen WM 2026 qualifizierten Teams haben diesen Marathon überstanden.

Team Trainer FIFA Gruppe Kaderwert
Argentinien Lionel Scaloni 4 J 820 Mio. €
Brasilien Carlo Ancelotti 6 C 932 Mio. €
Uruguay Marcelo Bielsa 13 H 380 Mio. €
Kolumbien Néstor Lorenzo 14 K 320 Mio. €
Ecuador Sebastián Beccacece 28 E 180 Mio. €
Paraguay Alfredo Arias 48 D 90 Mio. €

Titelverteidiger Argentinien (Scaloni, 12S/2U/4N, Platz 1 der Quali) reist mit Messi (38, letzte WM, 8 Quali-Tore als Topscorer) und dem Anspruch auf die Titelverteidigung an – zuletzt gelang das 1962 Brasilien. Rekordweltmeister Brasilien steht unter dem neuen Trainer Carlo Ancelotti, dem ersten Ausländer in der brasilianischen WM-Geschichte – ein Tabubruch, der die Dimension der Krise nach dem schwächsten Qualifikationsergebnis seit 2002 (Platz 5, 8S/4U/6N) verdeutlicht. Uruguay unter Marcelo Bielsa besiegte in der Qualifikation sowohl Brasilien (2:0) als auch Argentinien (2:0 auswärts!) und trifft in Gruppe H auf Spanien – ein Duell zweier Welmeister zum Abschluss der Vorrunde.

Kolumbien (Copa-América-Finalist 2024, Trainer Lorenzo) bringt mit Luis Díaz (Liverpool) und James Rodríguez offensive Kreativität in Gruppe K. Ecuador schloss die CONMEBOL-Quali als Zweiter hinter Argentinien ab und kennt dank vieler MLS-Profis die Bedingungen in Nordamerika bestens – ein Vorteil gegen Deutschland in Gruppe E. Paraguay (Tabellensechster) komplettiert als Auftaktgegner der USA in Gruppe D das südamerikanische Aufgebot.

Nord-/Mittelamerika (CONCACAF) – 6 Mannschaften

Die drei Gastgeber USA, Mexiko und Kanada sind automatisch qualifiziert und wurden als Gruppenköpfe gesetzt – sie spielen alle ihre Vorrundenspiele im eigenen Land, was einen erheblichen Heimvorteil darstellt.

Team Trainer FIFA Gruppe Kaderwert
USA Mauricio Pochettino 15 D 320 Mio. €
Mexiko Javier Aguirre 17 A 220 Mio. €
Kanada Jesse Marsch 40 B 160 Mio. €
Panama Thomas Christiansen 51 L 30 Mio. €
Haiti Grégory Dufer 80 C 15 Mio. €
Curaçao Dick Advocaat 95 E 10 Mio. €

Die USA unter Pochettino (ex-Chelsea, PSG, Tottenham) stellen den stärksten CONCACAF-Kader: Pulisic (Milan), McKennie (Juventus), Adams (Bournemouth) und Tillman (Bayer Leverkusen) geben dem Team europäische Topliga-Qualität. Die Erwartungen an den Hauptgastgeber sind enorm – dreimal Achtelfinale bei den letzten drei WMs, jetzt soll endlich das Viertelfinale her. Die 5:2-Testspiel-Niederlage gegen Belgien im März 2026 dämpfte allerdings die Euphorie. Mexiko unter dem erfahrenen Aguirre (zum dritten Mal Nationaltrainer!) tritt mit dem Vorteil von drei Heimspielen im Aztekenstadion an – einem der atmosphärischsten Stadien der Welt. Kanadas Jesse Marsch bringt Bundesliga-Erfahrung (ex-Leipzig) mit und hat seit der WM 2022 (Kanadas erste Teilnahme seit 1986) eine kompetitive Mannschaft geformt.

Die Überraschungsgeschichten: Curaçao (156.000 Einwohner, FIFA-Rang 95) qualifizierte sich als kleinster WM-Teilnehmer der Geschichte – und trifft in Gruppe E ausgerechnet auf Deutschland. Die Karibikinsel wird mit dem 84-jährigen Dick Advocaat den ältesten WM-Trainer aller Zeiten stellen. Haiti ist erstmals seit 1974 wieder bei einer WM dabei und wird in Gruppe C gegen Brasilien und Marokko antreten – Außenseiterchancen gleich null, aber allein die Teilnahme ist für die krisengeplagte Nation ein historischer Moment. Panama unter dem früheren Bundesliga-Torschützenkönig Thomas Christiansen (VfL Bochum) trifft in Gruppe L auf England und Kroatien.

Asien (AFC) – 8 Mannschaften

Asien profitiert am stärksten von der Aufstockung: Statt bisher 4-5 Plätze stehen nun 8 zur Verfügung. Die asiatischen WM 2026 Teilnehmer reichen von Weltklasse (Japan) bis zum WM-Debütanten (Usbekistan).

Team Trainer FIFA Gruppe Kaderwert
Japan Hajime Moriyasu 11 F 350 Mio. €
Südkorea Hong Myung-bo 20 A 220 Mio. €
Australien Tony Popovic 23 D 90 Mio. €
Iran Amir Ghalenoei 24 G 80 Mio. €
Katar Luis García 39 B 50 Mio. €
Irak Jesús Casas 55 I 20 Mio. €
Saudi-Arabien Hervé Renard 56 H 40 Mio. €
Usbekistan Fabio Cannavaro 62 K 30 Mio. €

Japan ist die stärkste asiatische Mannschaft – und nach der WM 2022 (Siege gegen Deutschland und Spanien in der Gruppenphase!) ein ernstzunehmender Geheimfavorit. Die Samurai Blue qualifizierten sich mit einer beeindruckenden Bilanz von 54:3 Toren über alle Qualifikationsrunden und schlugen im März 2026 in Testspielen sowohl Schottland als auch England (1:0 in Wembley). Südkorea (Halbfinale 2002) bringt mit Son Heung-min (Tottenham) seinen größten WM 2026 Star mit und trifft in Gruppe A auf Mexiko. Australien (dreimal Achtelfinale) unter Popovic ist physisch stark und taktisch diszipliniert. Iran (FIFA-Rang 24) setzte sich als asiatischer Gruppensieger durch und fordert in Gruppe G Belgien und Ägypten.

Saudi-Arabien unter Renard erinnert an die Sensation gegen Argentinien bei der WM 2022 (2:1 am 1. Spieltag) und trifft in Gruppe H erneut auf Südamerikanische Gegner – diesmal Uruguay und Spanien. Katar als Gastgeber der WM 2022 muss in Gruppe B gegen die Schweiz und Kanada bestehen. WM-Debütant Usbekistan wird von Weltmeister Fabio Cannavaro trainiert und trifft in Gruppe K auf Portugal und Kolumbien. Der Irak qualifizierte sich als letztes Team über das interkontinentale Playoff (2:1 gegen Bolivien im Finale) und steht in der “Todesgruppe” I mit Frankreich, Senegal und Norwegen – eine herkulische Aufgabe für das Team von Jesús Casas.

Afrika (CAF) – 9 Mannschaften

Afrika erhält 9 Startplätze – ein deutlicher Anstieg gegenüber den 5 bei der WM 2022. Der afrikanische Fußball hat in den letzten Jahren einen enormen Qualitätssprung gemacht, angeführt von Marokkos historischem Halbfinaleinzug 2022.

Team Trainer FIFA Gruppe Kaderwert
Marokko Walid Regragui 8 C 320 Mio. €
Senegal Aliou Cissé 12 I 280 Mio. €
Algerien Vladimir Petković 27 J 150 Mio. €
Ägypten Hossam Hassan 30 G 200 Mio. €
Elfenbeinküste Faé Emerse 33 E 170 Mio. €
Tunesien Faouzi Benzarti 35 F 60 Mio. €
Ghana Otto Addo 44 L 110 Mio. €
DR Kongo Sébastien Desabre 46 K 55 Mio. €
Südafrika Hugo Broos 52 A 50 Mio. €

Marokko ist Afrikas Flaggschiff: WM-Vierter 2022, Afrika-Cup-Sieger 2026, perfekte Qualifikation mit 8 Siegen aus 8 Spielen bei 22:2 Toren. Die Atlas-Löwen unter Regragui treffen in Gruppe C gleich auf Brasilien – ein Kracher zum Auftakt. Mit Hakimi (PSG), Brahim Díaz (Real Madrid) und En-Nesyri (Fenerbahçe) verfügt Marokko über individuelle Klasse, die jeden Favoriten vor Probleme stellt. Senegal (FIFA-Rang 12) ist der amtierende Afrikameister und bringt mit Sadio Mané und Kalidou Koulibaly europäische Topqualität mit. In der “Todesgruppe” I trifft Senegal auf Frankreich und Norwegen – ein Dreikampf, bei dem jedes Ergebnis möglich ist.

Ägypten mit Mohamed Salah (Liverpool) und Omar Marmoush (Eintracht Frankfurt) hat in der Afrika-Qualifikation ungeschlagen überzeugt und dürfte für Belgien in Gruppe G zum unbequemen Gegner werden. Die Elfenbeinküste (Afrikameister 2024) ist Deutschlands Gruppengegner in Gruppe E – die physische Stärke und Schnelligkeit der Ivorer machen sie zum gefährlichsten Gegner der DFB-Elf in der Vorrunde. Algerien unter dem Schweizer Petković hat mit Mohamed Amoura (VfL Wolfsburg, 10 Quali-Tore!) den besten Torschützen der gesamten CAF-Qualifikation und trifft in Gruppe J auf Argentinien.

Tunesien (6. WM-Teilnahme) ist physisch stark und defensiv organisiert, fehlt aber die offensive Durchschlagskraft für einen tiefen Turnierlauf. Ghana unter Otto Addo (gebürtig in Hamburg, Bundesliga-Bezug!) trifft in Gruppe L auf England und Kroatien – eine schwere Aufgabe für die vierfachen Afrikameister. DR Kongo qualifizierte sich über das interkontinentale Playoff und ist in Gruppe K mit Portugal und Kolumbien klarer Außenseiter. Südafrika (Gastgeber der WM 2010) komplettiert das afrikanische Kontingent in Gruppe A mit Mexiko und Südkorea – eine offene Gruppe, in der die “Bafana Bafana” durchaus eine Chance auf das Weiterkommen haben.

Ozeanien und interkontinentales Playoff – 3 Mannschaften

Erstmals in der WM-Geschichte erhält der ozeanische Verband (OFC) einen garantierten Startplatz. Neuseeland (FIFA-Rang 82) nutzte diese Chance und qualifizierte sich souverän. Die “All Whites” bringen mit Chris Wood (Nottingham Forest) einen erfahrenen Premier-League-Stürmer mit und treffen in Gruppe G auf Belgien, Ägypten und den Iran.

Über das interkontinentale Playoff-Turnier im März 2026 qualifizierten sich zudem Jordanien (WM-Debütant, Gruppe J mit Argentinien) und Kap Verde (ebenfalls WM-Debütant, Gruppe H mit Spanien). Beide Teams sind historische Premieren: Jordanien ist der erste westasiatische WM-Debütant seit Kuwait 1982, Kap Verde (550.000 Einwohner) der zweitkleinste WM-Teilnehmer nach Curaçao.

Die Geheimfavoriten der WM 2026

Neben den etablierten WM 2026 Favoriten (Spanien, England, Frankreich, Argentinien, Brasilien) gibt es eine Reihe von Teams, die für Überraschungen sorgen können. Unsere Analyse der “Dark Horses” – Teams, deren WM 2026 Quoten den tatsächlichen Potenzial nicht gerecht werden.

Norwegen – Haalands große Bühne

Erstmals seit 1998 wieder bei einer WM, qualifizierte sich Norwegen mit 37 Toren in 8 Spielen als bester europäischer Torschütze – und ließ dabei Italien hinter sich. Erling Haaland (16 Quali-Tore, fast doppelt so viele wie jeder andere europäische Spieler) und Martin Ødegaard (7 Assists) bilden das vielleicht gefährlichste Duo des Turniers. Dahinter steht ein junges Team mit Spielern von Dortmund, Arsenal und Brighton. In der “Todesgruppe” I mit Frankreich und Senegal wird Norwegen nichts geschenkt – aber ein Team mit Haaland als Sturmspitze hat in jedem Einzelspiel eine realistische Siegchance. Die Quote von ca. 51,00 auf den Titel bietet für risikofreudige Wetter durchaus Value.

Japan – die beste Generation aller Zeiten

54:3 Tore in der gesamten Qualifikation, Siege gegen England (0:1 in Wembley im März 2026!) und bei der WM 2022 gegen Deutschland und Spanien. Japan unter Moriyasu ist kein Underdog mehr, sondern ein ernstzunehmender Titelanwärter im erweiterten Kreis. Das 3-4-3-System mit hohem Pressing ist speziell gegen ballbesitzstarke Teams extrem effektiv. Kubo (Real Sociedad), Mitoma (Brighton) und Kamada (Crystal Palace) spielen in Europas Topligen – und Ito (Bayern München), Itakura (Gladbach) und Doan (Freiburg) haben direkten Bundesliga-Bezug. Die Quote von 41,00 ist angesichts der Form und der Qualität eine der interessantesten des gesamten Turniers.

Marokko – das Bollwerk will mehr

WM-Vierter 2022, Afrika-Cup-Sieger 2026, perfekte Qualifikation mit nur 2 Gegentoren in 8 Spielen. Regraguis defensives System (kompakte Viererkette, blitzschnelles Umschaltspiel über Hakimi) ist der Albtraum jedes Favoriten. Bei der WM 2022 besiegte Marokko Spanien und Portugal – zwei Teams, die auch 2026 wieder dabei sind. Mit Hakimi (PSG), Brahim Díaz (Real Madrid) und En-Nesyri hat Marokko individuelle Klasse, die weit über das afrikanische Durchschnittsniveau hinausgeht. Das Auftaktspiel gegen Brasilien in Gruppe C hat das Potenzial zum Spiel des Turniers. Die Frage ist nicht ob, sondern wie weit die Atlas-Löwen kommen.

Kolumbien – Copa-Finalist mit Feuerkraft

Copa-América-Finalist 2024, Tabellendritter der CONMEBOL-Qualifikation. Luis Díaz (Liverpool), James Rodríguez und der junge Jhon Durán (Aston Villa) geben dem Team eine Mischung aus Jugend und Erfahrung, die in K.o.-Spielen den Unterschied machen kann. In Gruppe K mit Portugal und Usbekistan ist der zweite Platz das realistische Ziel – und von dort aus ist in der K.o.-Runde alles möglich. Die kolumbianische Fankultur, die bei der Copa América 2024 Stadien zum Beben brachte, wird auch in Nordamerika für eine Heimspiel-Atmosphäre sorgen.

Ecuador – Südamerikas stille Macht

Tabellenzweiter der CONMEBOL-Qualifikation (hinter Argentinien!) – ein Ergebnis, das selbst eingefleischte Südamerika-Kenner überraschte. Viele Spieler sind in der MLS unter Vertrag und kennen die Bedingungen in Nordamerika bestens: Klima, Reisedistanzen, Spielfeldgrößen. Ecuador hat bei den letzten beiden WMs (2014, 2022) jeweils die Gruppenphase erreicht und bringt in Gruppe E physische Stärke und Heimvorteil-Wissen mit, das Deutschland vor Probleme stellen könnte. Die fehlende Starerfahrung in europäischen Topligen bleibt der limitierende Faktor.

Kroatien – die ewige Turniermannschaft

Finale 2018, Bronze 2022 – Kroatien unter Dalić ist das Team, das bei jedem Turnier liefert. Die Statistik spricht Bände: Bei den letzten beiden WMs erreichte das 3,9-Millionen-Land jeweils mindestens das Halbfinale. Mit Modrić (40, letzte WM), Gvardiol (Man City) und Kovačić bilden die Vatreni eine Mannschaft, die Tuchels England in Gruppe L ernsthaft fordern wird. Wer Kroatien unterschätzt, hat die letzten acht Jahre nicht aufgepasst. Die Titelquote von 34,00 reflektiert das Alter des Kaders – aber in Einzelspielen bleibt Kroatien für jeden Gegner gefährlich.

Portugal – Nations-League-Sieger mit Ronaldos Abschied

Die frischesten Titelträger Europas (Nations League 2025) reisen mit einer emotionalen Mission an: Ronaldos letzte WM mit 41 Jahren. Hinter dem Altmeister hat sich eine Mannschaft formiert (Leão, Bruno Fernandes, Vitinha, João Neves), die den Kaderwert von 810 Millionen Euro rechtfertigt. In der Qualifikation zeigte das 9:1 gegen Armenien (Ramos-Viererpack) die offensive Wucht – das 0:2 in Irland dagegen die Anfälligkeit bei defensiven Aussetzern. Bei einer Weltmeister-Quote von 12,00 bietet Portugal den besten Value im erweiterten Favoritenkreis.

WM 2026 Kader Nominierung – wann stehen die Aufstellungen?

Die WM 2026 Kader Nominierungen werden voraussichtlich Ende Mai 2026 erfolgen. Die FIFA hat festgelegt, dass jedes Team einen 26-köpfigen Kader benennen darf – eine Aufstockung gegenüber den 23 Spielern bei früheren Turnieren. Die Vereine sind verpflichtet, ihre Spieler bis spätestens 25. Mai freizugeben. Einige Verbände haben bereits konkrete Termine kommuniziert: Deutschland (Julian Nagelsmann) nominiert voraussichtlich am 12. Mai, England (Tuchel) am 26. Mai, Frankreich (Deschamps) am 14. Mai. Nachnominierungen bei Verletzungen sind bis 24 Stunden vor dem ersten Gruppenspiel möglich. Für Sportwetter bedeutet das: Die heißeste Phase für WM-Wetten beginnt Ende Mai, wenn die finalen WM 2026 Kader feststehen und die Quoten auf Basis der tatsächlichen Aufgebote angepasst werden.

Die komplette Übersicht aller 48 WM 2026 Mannschaften mit täglichen Updates gibt es auf unserer WM 2026-Hubseite. Alle Einzelanalysen zu den Topteams – von Deutschland über Brasilien und Argentinien bis Frankreich, England und Spanien – findest du in unseren Teamartikeln. Den vollständigen WM 2026 Spielplan und alle WM 2026 Gruppen haben wir ebenfalls aufbereitet. Und wer wissen will, welche Teams die besten Titelchancen haben: Unsere WM 2026 Favoriten-Analyse mit aktuellen Quoten. Tägliche WM 2026 Wett-Tipps gibt es ab dem Turnierstart am 11. Juni.

Natalia Schubert - Fußballanalystin & Sportjournalistin |
Natalia Schubert Natalia Schubert ist Fußballanalystin und seit über zwölf Jahren im professionellen Sportjournalismus tätig. Sie analysiert nationale und internationale Wettbewerbe mit Schwerpunkt auf taktischen Zusammenhängen, statistischen Auswertungen und der Einordnung sportlicher Leistungen.

In dieser Zeit schrieb sie für verschiedene renommierte Sportmagazine und Online-Redaktionen, für die sie Spielanalysen, Vorberichte und Hintergrundartikel verfasste. Ihre Arbeit ist geprägt von einer strukturierten Analyse und einer verständlichen Einordnung sportlicher und statistischer Zusammenhänge.