Der 19. Spieltag der Bundesliga hält einige hochspannende Begegnungen bereit. Vom brisanten Hamburger Stadtderby über das Bayern-Heimspiel gegen Augsburg bis hin zur Krisenpartie von Bayer Leverkusen – dieser Rückrunden-Spieltag verspricht Hochspannung pur.
Hamburger Stadtderby: FC St. Pauli empfängt den HSV
Das 113. Hamburger Stadtderby elektrisiert die Hansestadt. Am Freitagabend (23. Januar, 20:30 Uhr) empfängt der FC St. Pauli den Hamburger SV am Millerntor – und die Brisanz könnte kaum größer sein.
Die Tabellensituation verleiht der Partie zusätzlichen Zündstoff: St. Pauli steht mit lediglich 12 Punkten auf dem letzten Tabellenplatz, während der HSV als 14. nur vier Punkte vom Relegationsrang entfernt ist. Für beide Teams geht es um nichts weniger als den Klassenerhalt. Es könnte das vorerst letzte Erstliga-Duell der beiden Hamburger Traditionsvereine sein.
Das Hinspiel im Volksparkstadion gewannen die Kiezkicker verdient mit 2:0. Seitdem hat der HSV personell nachgelegt und unter anderem Abwehrchef Luka Vuskovic sowie die Spielmacher Fabio Vieira und Sambi Lokonga verpflichtet. HSV-Trainer Merlin Polzin verspricht einen anderen HSV als im Hinspiel: Die Mannschaft habe sich entwickelt und trete mittlerweile anders auf.
St. Pauli-Trainer Alexander Blessin kann womöglich auf die Rückkehr von Kapitän Jackson Irvine hoffen, der nach Problemen am operierten Fuß wieder eine Option sein könnte. Bei den Braun-Weißen fehlen hingegen David Nemeth, Simon Spari, Andreas Hountondji und Connor Metcalfe verletzt. Der HSV muss weiterhin auf Stürmer Yussuf Poulsen verzichten.
Statistisch gesehen hat der HSV mit 14 Siegen aus den letzten 32 Derbys die Nase vorn, doch St. Pauli hat in den letzten Jahren An der Alten Försterei oft überzeugt und vier von sechs Bundesliga-Heimspielen gegen Dortmund gewonnen. Die torarme Bilanz beider Teams – St. Pauli blieb in drei der letzten vier Heimspiele ohne Treffer, der HSV erzielte in acht Auswärtsspielen erst vier Tore – deutet auf ein enges, umkämpftes Duell hin.
FC Bayern München gegen FC Augsburg: Rekordmeister in Topform
Der deutsche Rekordmeister empfängt am Samstag (15:30 Uhr) den FC Augsburg zum bayerischen Nachbarschaftsduell in der Allianz Arena. Die Münchner präsentieren sich unter Trainer Vincent Kompany in überragender Verfassung und führen die Bundesliga-Tabelle souverän an.
Mit 50 Punkten aus 18 Spielen und einer beeindruckenden Tordifferenz von +57 unterstreicht der FCB seine Dominanz eindrucksvoll. In der Bundesliga sind die Bayern weiterhin ungeschlagen – 16 Siege und zwei Unentschieden sprechen eine deutliche Sprache. Lediglich in der Champions League musste die Kompany-Elf eine Niederlage gegen den FC Arsenal hinnehmen.
Die Bilanz spricht klar für den Rekordmeister: Von bislang 29 Bundesliga-Duellen entschied Bayern 23 für sich. Die letzten sechs Aufeinandertreffen gewannen die Münchner allesamt, fünfmal fielen dabei mehr als drei Tore. Der letzte Augsburger Sieg datiert aus dem September 2022.
Der FC Augsburg reist als 15. der Tabelle in die Landeshauptstadt und kämpft gegen den Abstieg. Sechs Niederlagen in acht Auswärtsspielen zeigen die Auswärtsschwäche der Fuggerstädter. Dennoch sollte die historische Bilanz nicht vergessen werden: Augsburg konnte Bayern bereits zweimal in München ärgern – 2018/19 ein 1:1 durch Felix Götze, 2014/15 sogar ein Auswärtssieg durch Raúl Bobadilla.
Bayer Leverkusen gegen Werder Bremen: Werkself in der Krise
Die große Überraschung der Saison: Der Vorjahresmeister Bayer Leverkusen steckt in einer handfesten Krise. Nach drei Niederlagen in Folge – 1:4 gegen Stuttgart, 0:1 bei Hoffenheim und 0:2 bei Olympiakos Piräus – steht die Werkself unter Druck.
Am Samstag (15:30 Uhr) empfängt Leverkusen den SV Werder Bremen in der BayArena. Mit 29 Punkten und Platz 6 in der Tabelle droht der Mannschaft von Trainer Kasper Hjulmand der Anschluss an die Champions-League-Plätze zu entgleiten. Die Probleme sind struktureller Natur: Es fehlt ein Spieler, der dem Spiel dauerhaft Ordnung gibt und als Fixpunkt in engen Phasen fungiert.
Robert Andrich kritisierte zuletzt, dass Teile der Mannschaft unterschiedliche Dinge machen. Die Abgänge von Florian Wirtz (zu Liverpool für rund 117 Millionen Euro) und Xabi Alonso (zu Real Madrid) haben tiefe Spuren hinterlassen. Erschwerend kommt hinzu, dass Stammkeeper Mark Flekken mit einer Bänderverletzung ausfällt – Janis Blaswich wird zwischen den Pfosten stehen.
Bremen kann sich hingegen Hoffnungen auf Punkte machen: Die Norddeutschen verloren nur zwei der letzten zehn Gastspiele in der BayArena und holten dort drei Siege. Das Hinspiel endete 3:3 – ein Ergebnis, das zeigt: Werder kann gegen Leverkusen mithalten.
Eintracht Frankfurt gegen TSG Hoffenheim: Tabellendritter zu Gast
Eintracht Frankfurt empfängt am Samstag (15:30 Uhr) die TSG Hoffenheim – und die Vorzeichen könnten unterschiedlicher nicht sein. Die SGE ist anno 2026 völlig von der Rolle und konnte nur eines der letzten zehn Pflichtspiele gewinnen. Unter der Woche kam das Aus in der Europa League durch eine 2:3-Niederlage bei Qarabag Agdam in Baku.
Frankfurt steht mit 27 Punkten auf Platz 7, während Hoffenheim als starker Tabellendritter anreist. Die Kraichgauer feierten zuletzt den sechsten Heimsieg in Serie und überzeugten mit konstantem Offensivfußball. Stürmerstar Andrej Kramaric ist in Bestform – drei Tore beim 5:1 gegen Gladbach und das entscheidende Siegtor gegen Leverkusen unterstreichen seine Klasse.
Für die TSG trifft regelmäßig auch Wouter Burger, der bereits in der 9. Minute gegen Leverkusen traf. Die Hoffenheimer haben in dieser Saison erst eine Niederlage in den letzten elf Spielen kassiert und bereits vier Auswärtssiege eingefahren.
1. FC Union Berlin gegen Borussia Dortmund: Eiserne gegen den Vizemeister
Das Topspiel des Samstags (18:30 Uhr) steigt im Stadion An der Alten Försterei: Union Berlin empfängt Borussia Dortmund. Die Eisernen sind seit fünf Spieltagen ungeschlagen und haben eine beeindruckende Heimbilanz gegen den BVB: Vier von sechs Bundesliga-Heimspielen gewannen die Köpenicker.
Dortmund reist als Tabellenzweiter mit 39 Punkten an und kann auf eine Serie von elf Spielen ohne Niederlage verweisen. Zuletzt gab es einen 3:2-Heimsieg gegen St. Pauli. Doch die jüngste Enttäuschung in der Champions League beim FC Tottenham nagt noch am Selbstvertrauen der Schwarz-Gelben.
Union Berlin steht mit 24 Punkten auf Rang 9 und hat sich unter Trainer Steffen Baumgart stabilisiert. Die defensive Kompaktheit und die Heimstärke machen die Köpenicker zu einem unangenehmen Gegner – besonders für Spitzenteams.
Weitere Partien des 19. Spieltags
1. FSV Mainz 05 gegen VfL Wolfsburg (Samstag, 15:30 Uhr): Unter dem neuen Trainer Fischer teilte Mainz in drei von fünf Partien die Punkte. Auch drei der letzten fünf direkten Duelle endeten remis – ein torreiches Unentschieden scheint möglich.
1. FC Heidenheim gegen RB Leipzig (Samstag, 15:30 Uhr): Leipzig schwächelt auswärts und schoss erst in einem Gastspiel mehr als ein Tor. Die Sachsen verloren drei der letzten vier Bundesliga-Partien. Heidenheim punktete hingegen in vier der letzten sieben Spiele und wird sich teuer verkaufen.
Borussia Mönchengladbach gegen VfB Stuttgart (Samstag, 18:30 Uhr): Stuttgart erwischte einen starken Start in das Jahr 2026, während Gladbach daheim generell Probleme hat und erst zwei Heimsiege vorweisen kann. Der VfB gewann drei der letzten vier direkten Duelle.
SC Freiburg gegen 1. FC Köln (Sonntag, 17:30 Uhr): In den letzten sechs direkten Duellen trafen beide Teams nur einmal. Freiburg hielt in dieser Saison bereits in vier Pflicht-Heimspielen die Null, während die Geißböcke in zwei der letzten fünf Partien ohne Tor blieben.


