Premier League-Giganten buhlen um marokkanischen Spielmacher nach Foxes-Abstieg. Nach dem bitteren Abstieg von Leicester City in die Championship entwickelt sich ein intensiver Transferpoker um Mittelfeld-Talent Bilal El Khannouss. Der 21-jährige Marokkaner steht im Fokus mehrerer Premier League-Klubs, wobei sich besonders die Nord-London-Rivalen Tottenham Hotspur und Arsenal FC einen harten Konkurrenzkampf liefern.
Transfermarkt in Bewegung: El Khannouss’ Zukunft nach Leicester-Abstieg
Der offensive Mittelfeldspieler, der erst im August 2024 für eine Ablösesumme von 20,5 Millionen Euro plus mögliche Bonuszahlungen von 2,5 Millionen Euro vom belgischen Erstligisten KRC Genk zu den Foxes wechselte, sieht seine Zukunft nach nur einer Saison wieder in der Premier League. Leicester City wurde am 20. April 2025 als zweites Team nach Southampton der Abstieg in die zweite englische Liga besiegelt – mit noch fünf ausstehenden Spieltagen eine historische Negativmarke.
In seiner Debütsaison in England absolvierte El Khannouss 29 Premier League-Partien, in denen er zwei Tore erzielte und zwei Vorlagen beisteuerte. Zusätzlich kam er auf zwei Assists in zwei FA-Cup-Einsätzen sowie ein Tor im League Cup. Seine technischen Fähigkeiten und seine Vielseitigkeit – er kann sowohl als klassischer Zehner als auch auf den Flügeln agieren – machen ihn trotz des Abstiegs zu einem begehrten Transferziel.
Arsenal mit konkretem Interesse – 30 Millionen Euro im Gespräch
Nach Informationen marokkanischer Medien haben die Gunners bereits konkrete Gespräche mit Leicester aufgenommen. Arsenal soll ein Angebot in Höhe von 30 Millionen Euro für den Rechtsfuß unterbreitet haben. Trainer Mikel Arteta sucht nach zusätzlicher Qualität für die offensive Mittelfeldposition, wo derzeit Martin Ødegaard gesetzt ist. Der junge Ethan Nwaneri gilt als Talent für die Zukunft, aber El Khannouss könnte sofort für Entlastung und Konkurrenzkampf sorgen.
Tottenham kontert: Spurs-Fans schwärmen bereits
Die Tottenham Hotspur lassen sich von den Avancen des Stadtrivalen nicht beeindrucken und bereiten ihrerseits ein Angebot vor. Spurs-Anhänger bezeichneten El Khannouss bereits als “einen der besten Spieler” im Tottenham Hotspur Stadium in der vergangenen Saison. Ein Fan äußerte sich begeistert: “Seine technischen Fähigkeiten waren unglaublich anzusehen”.
Trainer Thomas Frank sieht in dem Marokkaner eine ideale Verstärkung für sein System. Nach dem geplatzten Transfer von Morgan Gibbs-White, der seinen Vertrag bei Nottingham Forest verlängerte, suchen die Spurs händeringend nach einem kreativen Spielmacher. Mit bisher nur zwei Neuzugängen – Mohammed Kudus und Kota Takai – hinkt Tottenham der Konkurrenz im Transferfenster hinterher.
Breites Interessentenfeld: Auch Newcastle und Crystal Palace mischen mit
Der Transferpoker um El Khannouss beschränkt sich nicht nur auf das Nord-London-Derby. Newcastle United beobachtet die Situation des Spielers aufmerksam, während Crystal Palace den Youngster als möglichen Ersatz für Eberechi Eze ins Auge gefasst hat, sollte dieser zu Arsenal wechseln.
Aus der Championship melden Leeds United und der frisch aufgestiegene Sunderland AFC Interesse an. West Ham United komplettiert das Quintett der englischen Vereine. International haben RB Leipzig, Eintracht Frankfurt, AS Monaco, Atalanta Bergamo und der FC Valencia ihre Fühler ausgestreckt. Leipzig sieht in El Khannouss einen potenziellen Ersatz für Xavi Simons, der vor einem Wechsel zum FC Chelsea steht.
Ablösesumme und Vertragsdetails: Leicester pokert hoch
Trotz des Abstiegs befindet sich Leicester in einer vergleichsweise starken Verhandlungsposition. El Khannouss’ Vertrag läuft noch bis Juni 2028, was den Foxes Spielraum bei den Ablöseforderungen gibt. Medienberichten zufolge soll eine Ausstiegsklausel in Höhe von 35 Millionen Euro (30 Millionen Pfund) im Vertrag verankert sein, die durch den Abstieg aktiviert wurde. Andere Quellen sprechen von einer niedrigeren Klausel um die 26 Millionen Euro.
Der Transfermarkt bewertet den 1,80 Meter großen Mittelfeldakteur aktuell mit 28 Millionen Euro. Leicester hofft, trotz des Abstiegs die im Vorjahr investierte Summe wieder einzuspielen und möglicherweise sogar einen Gewinn zu erzielen. Die Foxes hatten bei der Verpflichtung auch eine Weiterverkaufsbeteiligung von zehn Prozent an Genk zugesichert.
Spielerprofil: Techniker mit Entwicklungspotenzial
El Khannouss gilt als einer der vielversprechendsten Mittelfeldspieler seiner Generation. Der in Strombeek-Bever geborene Belgier mit marokkanischen Wurzeln durchlief die Jugendakademie des RSC Anderlecht, bevor er 2019 zu Genk wechselte. Dort entwickelte er sich zum Stammspieler und absolvierte über 100 Pflichtspiele für die Limburger.
Für die marokkanische Nationalmannschaft debütierte er bei der Weltmeisterschaft 2022 in Katar, wo er im Spiel um Platz drei gegen Kroatien zum Einsatz kam. 2024 gewann er mit Marokkos U23 den Afrika-Cup und qualifizierte sich für die Olympischen Spiele in Paris. Seine Instagram-Präsenz (@bilalelkns_34) mit über zwei Millionen Followern unterstreicht seine wachsende Popularität.
Taktische Einordnung und Perspektiven
El Khannouss’ Stärken liegen in seiner Ballsicherheit, seinem Spielverständnis und seiner Beidfüßigkeit. Als klassischer Zehner fühlt er sich am wohlsten, kann aber auch auf beiden Flügeln agieren. Seine Fähigkeit, enge Räume zu bespielen und den finalen Pass zu spielen, macht ihn für ballbesitzorientierte Teams besonders wertvoll.
Für Tottenham könnte er die kreative Lücke schließen, die in der vergangenen Saison oft bemängelt wurde. Bei Arsenal würde er die Abhängigkeit von Ødegaard reduzieren und im rotierenden System der Gunners wichtige Einsatzzeiten erhalten. Newcastle sieht in ihm eine Investition in die Zukunft, während Crystal Palace mit ihm den möglichen Eze-Abgang kompensieren könnte.
Zeitfaktor entscheidend: Entscheidung noch im August erwartet
Mit dem nahenden Ende des Transferfensters am 30. August 2025 drängt die Zeit. Leicester City muss einen Spagat zwischen sportlichen und wirtschaftlichen Interessen meistern. Einerseits wäre El Khannouss in der Championship ein wichtiger Baustein für den sofortigen Wiederaufstieg, andererseits locken Millioneneinnahmen in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten.
Für El Khannouss selbst steht viel auf dem Spiel: Ein Verbleib in der zweiten Liga könnte seine Entwicklung bremsen und seinen Platz in der marokkanischen Nationalmannschaft gefährden. Ein Wechsel zu einem ambitionierten Premier League-Klub würde ihm hingegen die Bühne bieten, sein Potenzial voll auszuschöpfen.
Die kommenden Wochen versprechen ein spannendes Transferduell, bei dem am Ende nicht nur die Finanzen, sondern auch die sportliche Perspektive und die Überzeugungskraft der Trainer den Ausschlag geben könnten.


