Transfer-Hammer: Brentford bietet 70 Mio für BVB-Star Beier | Rekordablöse winkt

Natalia Schubert
geprüft von Lukas Stratmann | 4 Min. Lesezeit

Maximilian Beier könnte schon bald zum drittteuersten deutschen Fußballer der Geschichte werden. Der FC Brentford zeigt konkretes Interesse am Dortmunder Stürmer und ist bereit, eine Rekordsumme auf den Tisch zu legen.

Spektakuläre Offerte aus London

Der englische Premier-League-Klub FC Brentford hat seine Fühler nach Borussia Dortmunds Offensivtalent Maximilian Beier ausgestreckt. Nach Informationen der BILD soll der Londoner Klub bereit sein, ein Paket von insgesamt 70 Millionen Euro für den 22-jährigen Nationalspieler zu schnüren. Die Offerte setzt sich aus einer festen Ablösesumme von 55 Millionen Pfund (circa 64 Millionen Euro) plus weiteren 5 Millionen Pfund (circa 5,8 Millionen Euro) an erfolgsabhängigen Bonuszahlungen zusammen.

Sollte dieser Transfer zustande kommen, würde Beier nicht nur zum Rekordeinkauf der Brentford-Historie avancieren, sondern sich auch in die illustre Riege der teuersten deutschen Fußballer aller Zeiten einreihen. Lediglich Florian Wirtz (130 Millionen Euro von Bayer Leverkusen zum FC Liverpool) und Kai Havertz (100 Millionen Euro von Bayer Leverkusen zum FC Chelsea) wechselten bisher für höhere Summen den Verein.

Die treibenden Kräfte hinter dem Transfer-Karussell

Der mögliche Beier-Deal ist Teil einer komplexen Transfer-Kettenreaktion, die ihren Ursprung bei Alexander Isak nimmt. Der schwedische Stürmer-Star von Newcastle United drängt vehement auf einen Wechsel zum FC Liverpool. Die Reds sollen bereit sein, bis zu 138 Millionen Euro für den ehemaligen BVB-Spieler zu bezahlen – was jedoch von Newcastle bisher abgelehnt wurde.

Sollte Liverpool bei Isak erfolgreich sein, müssten die Magpies Ersatz finden. Ihre Wahl fiel auf Yoane Wissa vom FC Brentford, für den Newcastle bereits mehrere Angebote abgegeben hat. Zuletzt wurde eine Offerte über 35 Millionen Euro plus 5 Millionen Euro Boni von den Bees abgelehnt. Brentford fordert für den 28-jährigen Angreifer mindestens 50 bis 60 Millionen Euro.

Die Londoner haben zudem in diesem Sommer bereits ihren Top-Torschützen Bryan Mbeumo für 75 Millionen Euro an Manchester United verloren. Mit Beier würde Brentford einen potenziellen Nachfolger für gleich zwei Schlüsselspieler verpflichten.

Beiers durchwachsene BVB-Bilanz

Der gebürtige Brandenburger war erst im vergangenen Sommer für 28,5 Millionen Euro von der TSG Hoffenheim nach Dortmund gewechselt. In seiner ersten Saison beim BVB kam der vielseitige Offensivspieler auf 47 Pflichtspieleinsätze, in denen er zehn Tore erzielte und sechs Vorlagen beisteuerte.

Allerdings konnte Beier nie wirklich an seinen furiosen Durchbruch in Hoffenheim anknüpfen, wo er in der Saison 2023/24 förmlich explodiert war. Beim BVB pendelte er zwischen Startelf und Ersatzbank, was sich auch in seinem gesunkenen Marktwert widerspiegelt – von 30 auf aktuell 25 Millionen Euro.

Sportliche und wirtschaftliche Überlegungen

Aus sportlicher Sicht macht ein Abgang für beide Seiten durchaus Sinn. Beier passt nach Einschätzung von Experten nicht optimal in das System von BVB-Trainer Niko Kovač. Im Sturmzentrum ist mit Serhou Guirassy ein klarer Stammspieler gesetzt, während auf den offensiven Außenbahnen, wo Beier ebenfalls zum Einsatz kam, die Kaderdichte dünn ist.

Zudem haben die Dortmunder bereits Ersatz im Visier: Mit Fábio Silva von den Wolverhampton Wanderers steht ein Nachfolger in den Startlöchern. Der BVB soll sich mit den Wolves bereits auf eine Ablöse von 22,5 Millionen Euro plus vier Millionen Euro an Boni geeinigt haben. Der 23-jährige Portugiese würde einen Vertrag bis 2030 erhalten.

Attraktive Perspektiven in London

Für Beier wäre ein Wechsel nach Brentford durchaus reizvoll. Trainer Keith Andrews sieht den deutschen Nationalspieler als “perfekten Fit” für sein Spielsystem. In der abgelaufenen Saison erzielte Wissa, dessen potenzielle Nachfolge Beier antreten würde, 24 Torbeteiligungen und zählte damit zu den Top-5-Scorern der Premier League.

Zudem würde Beier in London auf zwei deutsche Teamkollegen treffen: Kevin Schade und Vitaly Janelt sind bei den Bees etablierte Größen und könnten die Integration erleichtern.

Entscheidung steht bevor

Die Zeit drängt: Am 30. August schließt das Transferfenster in England. Eine Entscheidung könnte daher sehr schnell fallen – möglicherweise noch vor dem Bundesliga-Duell des BVB gegen Union Berlin am Sonntag.

Neben Brentford zeigt auch Aston Villa konkretes Interesse an Beier. Die Villans sollen bereit sein, rund 35 Millionen Euro zu investieren, müssen aber zunächst aufgrund der Financial-Fair-Play-Regularien Spielerverkäufe tätigen.

Für Borussia Dortmund wäre ein Verkauf zu den kolportierten Konditionen ein außergewöhnliches Geschäft. Mit einem Gewinn von über 40 Millionen Euro binnen eines Jahres würde sich die Investition mehr als bezahlt machen. In der BVB-Historie würde nur die Verkäufe von Ousmane Dembélé (148 Millionen Euro), Jude Bellingham (127 Millionen Euro) und Jadon Sancho (85 Millionen Euro) höhere Erlöse einbringen.

Fazit

Der mögliche Transfer von Maximilian Beier zum FC Brentford zeigt einmal mehr die verrückte Dynamik des modernen Transfergeschäfts. Was als Domino-Effekt mit Alexander Isak beginnt, könnte am Ende dazu führen, dass ein deutscher Nationalspieler für eine Rekordsumme die Insel wechselt. Für alle Beteiligten könnte sich dieser Deal als Win-Win-Situation erweisen – vorausgesetzt, die komplexe Transfer-Kette kommt tatsächlich in Gang.

Natalia Schubert - Fußballanalystin & Sportjournalistin |
Natalia Schubert Natalia Schubert ist Fußballanalystin und seit über zwölf Jahren im professionellen Sportjournalismus tätig. Sie analysiert nationale und internationale Wettbewerbe mit Schwerpunkt auf taktischen Zusammenhängen, statistischen Auswertungen und der Einordnung sportlicher Leistungen.

In dieser Zeit schrieb sie für verschiedene renommierte Sportmagazine und Online-Redaktionen, für die sie Spielanalysen, Vorberichte und Hintergrundartikel verfasste. Ihre Arbeit ist geprägt von einer strukturierten Analyse und einer verständlichen Einordnung sportlicher und statistischer Zusammenhänge.