Der SC Freiburg empfängt am 10. Spieltag den abstiegsgefährdeten FC St. Pauli im Europa-Park Stadion. Während die Breisgauer nach zuletzt vier Remis in fünf Spielen auf den ersten Heimsieg seit Wochen hoffen, stecken die Kiezkicker in einer Ergebniskrise mit sechs Niederlagen in Serie.
Am Samstagnachmittag um 15:30 Uhr kommt es im Europa-Park Stadion zum Kellerduell zwischen dem SC Freiburg und dem FC St. Pauli. Die Ausgangslage könnte unterschiedlicher kaum sein: Freiburg präsentiert sich defensiv stabil, offensiv jedoch mit Effizienzproblemen. St. Pauli hingegen findet seit Wochen kein Rezept gegen die Liga-Konkurrenz und blieb zuletzt über fünf Stunden ohne eigenen Treffer.
Formbetrachtung: SC Freiburg

Die Statistik offenbart ein klares Bild: Freiburg ist schwer zu bespielen, tut sich jedoch schwer, selbst Tore zu erzielen. Das Team von Julian Schuster agiert mit einer kompakten Defensivformation und lässt in der Regel wenig zu. Besonders Torhüter Noah Atubolu hat in dieser Saison bereits mit starken Paraden auf sich aufmerksam gemacht und konnte mehrere Elfmeter entschärfen.
In der Europa League zeigte Freiburg zuletzt eine deutlich offensivere Seite. Beim 2:0-Erfolg gegen FC Utrecht Ende Oktober sorgten Yuito Suzuki mit seinem Premierentreffer und Vincenzo Grifo mit einem sehenswerten Freistoß für die Entscheidung. Diese Europa-League-Form in den Bundesliga-Alltag zu übertragen, ist das erklärte Ziel der Breisgauer.
Die Heimbilanz des SCF präsentiert sich gemischt: Bislang gelang kein Heimsieg in der laufenden Spielzeit, was für die Freiburger Verhältnisse ungewöhnlich ist. Die Mannschaft kämpft vor allem mit der mangelnden Durchschlagskraft im letzten Drittel. Chancen werden kreiert, die Verwertung jedoch bleibt das große Manko.
Schlüsselspieler SC Freiburg
| Spieler | Tore | Assists | Einsätze | Position | Alter |
| Vincenzo Grifo | 3 | 2 | 9 | Linksaußen | 31 |
| Junior Adamu | 2 | 1 | 9 | Sturm | 23 |
| Lucas Höler | 1 | 2 | 9 | Sturm | 31 |
| Noah Atubolu | – | – | 9 | Torwart | 22 |
Aktuelle Leistungsbewertung: FC St. Pauli

Trainer Alexander Blessin steht unter Druck. Die Mannschaft zeigt zwar kämpferischen Einsatz, doch es fehlt an offensiver Durchschlagskraft. In den letzten fünf Spielen gelang kein einziger Treffer – eine verheerende Bilanz für ein Team, das den Klassenerhalt anstrebt. Die defensive Stabilität, die zu Saisonbeginn noch ein Trumpf war, bröckelt zusehends.
Die jüngste Pleite gegen Gladbach offenbarte sämtliche Schwächen: Nach einem katastrophalen Fehlpass von Torhüter Nikola Vasilj fiel bereits in der 15. Minute das 0:1. Die Mannschaft fand keine Antworten und kassierte am Ende vier Gegentore. “Wir waren einfach nicht da – in allen Belangen”, fasste Mittelfeldspieler Louis Oppie die enttäuschende Leistung zusammen.
Besonders problematisch: Die Offensive des FCSP ist nahezu zum Erliegen gekommen. Mathias Pereira Lage und Andreas Hountondji, die zu Saisonbeginn noch für Hoffnung sorgten, finden nicht mehr in ihre Rhythmen. Die Abgänge von Elias Saad und anderen Leistungsträgern machen sich schmerzlich bemerkbar. Mit nur 7 erzielten Toren in 9 Spielen stellt St. Pauli die harmloseste Offensive der gesamten Bundesliga.
Schlüsselspieler FC St. Pauli
| Spieler | Tore | Assists | Einsätze | Position | Alter |
| Jackson Irvine | 0 | 1 | 8 | Mittelfeld | 31 |
| Mathias Pereira Lage | 1 | 0 | 7 | Angriff | 24 |
| Oladapo Afolayan | 1 | 1 | 9 | Außen | 26 |
| Nikola Vasilj | – | – | 9 | Torwart | 29 |
Direktvergleich der Teams
Die Historie zwischen beiden Klubs zeigt ein ausgeglichenes Bild mit leichten Vorteilen für St. Pauli. In den letzten direkten Duellen dominierte allerdings der jeweilige Aufsteiger: In der Vorsaison gewann St. Pauli das Hinspiel sensationell mit 3:0 in Freiburg, während die Breisgauer das Rückspiel mit 1:0 für sich entschieden.
Das letzte Aufeinandertreffen am 15. Februar 2025 endete mit einem knappen 1:0-Sieg für St. Pauli am Millerntor. Vor der laufenden Saison trafen beide Teams im September 2024 aufeinander, als St. Pauli überraschend mit 3:0 im Europa-Park Stadion triumphierte – ein Ergebnis, das die Freiburger noch nicht verdaut haben.
Insgesamt stehen sich beide Mannschaften in der Bundesliga mit 10 Siegen für St. Pauli, 7 Remis und 7 Siegen für Freiburg gegenüber. Die Tordifferenz fällt mit 30:26 leicht zugunsten der Hamburger aus. Historisch gesehen ist Freiburg einer der unangenehmsten Gegner für St. Pauli, doch in der jüngeren Vergangenheit konnten die Kiezkicker häufiger jubeln.
| Datum | Ergebnis | Wettbewerb |
| 15.02.2025 | FC St. Pauli 1:0 SC Freiburg | Bundesliga |
| 28.09.2024 | SC Freiburg 0:3 FC St. Pauli | Bundesliga |
| 19.10.2022 | SC Freiburg 2:1 FC St. Pauli | DFB-Pokal |
| 07.10.2021 | SC Freiburg 3:0 FC St. Pauli | Testspiel |
| 10.04.2016 | SC Freiburg 4:3 FC St. Pauli | 2. Bundesliga |
Letzte 5 Begegnungen beider Teams
| Mannschaft | Ergebnisse der letzten 5 Spiele |
| SC Freiburg | U – S – N – S – U |
| FC St. Pauli | N – S – N – N – N |
SC Freiburg zeigt in den letzten fünf Pflichtspielen ein gemischtes Bild: Nach dem torlosen Remis gegen Union Berlin (0:0) folgte ein überzeugender Pokalsieg gegen Düsseldorf (3:1). Die Niederlage in Leverkusen (0:2) war vor dem starken Europa-League-Sieg gegen Utrecht (2:0) und dem 2:2 gegen Frankfurt. Die Mannschaft bleibt schwer ausrechenbar, zeigt jedoch positive Tendenzen.
FC St. Pauli hingegen steckt in einer Abwärtsspirale: Nach der vernichtenden 0:4-Heimpleite gegen Gladbach gab es zwar einen Achtungserfolg im DFB-Pokal gegen Hoffenheim (2:1 n.E.), doch in der Liga kassierte man zuvor Niederlagen gegen Frankfurt (0:2), Hoffenheim (0:3) und Bremen (0:1). Die Kiezkicker haben seit dem 28. September kein Bundesliga-Spiel mehr gewonnen.
Taktische Betrachtung
SC Freiburg unter Julian Schuster setzt auf ein flexibles 4-2-3-1-System, das sich situativ auch in ein 4-4-2 wandeln kann. Die Defensive steht kompakt, Noah Atubolu genießt großes Vertrauen zwischen den Pfosten. Das Mittelfeld wird von Maximilian Eggestein und Patrick Osterhage geführt, die sowohl defensiv absichern als auch den Spielaufbau organisieren.
Offensiv setzt Freiburg auf die Kreativität von Vincenzo Grifo auf der linken Seite. Der 31-Jährige ist mit seinen Standards und seiner Technik der gefährlichste Spieler der Breisgauer. Junior Adamu agiert als zentrale Spitze und nutzt seine Schnelligkeit in der Tiefe. Lucas Höler übernimmt die Rolle des Wandspielers, der zwischen den Linien Räume öffnet.
Die größte Herausforderung für Freiburg bleibt die Chancenverwertung. Die Mannschaft kreiert genügend Gelegenheiten, scheitert jedoch zu oft am letzten Pass oder an der Entschlossenheit vor dem Tor. Gegen einen defensiv aufgestellten Gegner wie St. Pauli wird Geduld und Präzision gefragt sein.
FC St. Pauli tritt zumeist im 3-5-2 oder 5-3-2 an, was die defensive Ausrichtung unterstreicht. Trainer Alexander Blessin setzt auf eine tiefstehende Fünferkette mit Manolis Saliakas und Louis Oppie als Flügelverteidiger. Im Zentrum bilden Eric Smith, David Nemeth und Hauke Wahl die defensive Dreierreihe.
Das Hauptproblem der Hamburger liegt in der fehlenden Durchschlagskraft nach vorne. Mathias Pereira Lage und Andreas Hountondji sollen die Tore erzielen, doch beide Angreifer finden derzeit nicht zu ihrer Form. Das Zusammenspiel zwischen Mittelfeld und Sturm funktioniert nicht, Kontersituationen werden nur selten gefährlich ausgespielt.
Gegen Freiburg wird St. Pauli vermutlich kompakt stehen und auf Umschaltmomente lauern. Die Frage wird sein, ob die Kiezkicker nach sechs Niederlagen noch die mentale Stärke aufbringen, auswärts gegen einen technisch versierten Gegner zu bestehen.
Voraussichtliche Startformationen
SC Freiburg Aufstellung (4-2-3-1)
Tor: Atubolu
Abwehr: Kübler – Ginter – Lienhart – Günter
Mittelfeld: Eggestein – Höfler
Offensive: Dōan – Höler – Grifo
Sturm: Adamu
FC St. Pauli Aufstellung (3-5-2)
Tor: Vasilj
Abwehr: Wahl – Smith – Nemeth
Mittelfeld: Saliakas – Sands – Irvine – Fujita – Oppie
Sturm: Afolayan – Hountondji
Unser SC Freiburg - FC St. Pauli Experten Wett Tipp:
Beim Duell zwischen SC Freiburg und dem abstiegsgefährdeten FC St. Pauli sprechen die Vorzeichen eine klare Sprache. Die Breisgauer sind zu Hause favorisiert und treffen auf einen Gegner, der seit sechs Spielen sieglos ist und über 500 Minuten ohne eigenen Treffer blieb. Dennoch gilt es, die Partie differenziert zu betrachten.
Empfehlung 1: SC Freiburg gewinnt zur Halbzeit/Endstand
Freiburg hat zwar Heimschwierigkeiten, doch gegen einen derart harmlosen Gegner sollte die Qualität durchschlagen. St. Pauli ist defensiv instabil und offensiv völlig ungefährlich. Die Breisgauer dürften früh Druck machen und zur Pause bereits führen. Diese Wette kombiniert das Risiko gut mit attraktiven Quoten.
Empfehlung 2: Unter 2,5 Tore im Spiel
Beide Teams tun sich schwer mit dem Toreschießen. Freiburg hat Effizienzprobleme, St. Pauli kommt seit Wochen nicht mehr zum Torabschluss. Ein enges, torarmes Spiel ist zu erwarten. Die Kombination aus Freiburgs defensiver Stabilität und St. Paulis offensiver Harmlosigkeit spricht für maximal zwei Treffer.
Empfehlung 3: Vincenzo Grifo trifft jederzeit
Der Italiener ist Freiburgs gefährlichster Offensivspieler und glänzt besonders bei Standards. Mit drei Toren in dieser Saison führt er die interne Torjägerliste an. Gegen einen wackeligen Gegner wie St. Pauli könnte Grifo per Freistoß oder aus dem Spiel heraus treffen. Ein smarter Value-Tipp für Mutige.
- Heim-Sieg (1): 1,65
- Unter 2,5 Tore: 1,75
- Grifo trifft: 3,20
Fazit
SC Freiburg ist klarer Favorit gegen den formschwachen FC St. Pauli. Die Breisgauer sollten ihre Heimschwäche überwinden und gegen einen Gegner, der seit Wochen nicht trifft, drei Punkte einfahren. Dennoch rate ich zu vorsichtiger Zurückhaltung bei zu offensiven Wetten – ein knappes 1:0 oder 2:0 ist realistischer als ein Torfestival.
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