Die 83. Ausgabe des DFB-Pokals verspricht wieder packende Duelle zwischen David und Goliath. Mit 64 qualifizierten Mannschaften aus allen Ebenen des deutschen Fußballs steht die Saison 2025/26 in den Startlöchern. Der amtierende Pokalsieger VfB Stuttgart verteidigt seinen Titel, während Rekordsieger FC Bayern München nach fünf Jahren ohne Pokalsieg wieder angreifen will.
Die wichtigsten Fakten zur Saison 2025/26
Das Finale wird voraussichtlich am 23. Mai 2026 im Berliner Olympiastadion stattfinden, so wie seit 1985 üblich. Der Weg dorthin beginnt mit der ersten Hauptrunde vom 15. bis 18. August 2025. Eine Besonderheit: Die Spiele mit Beteiligung der Supercupteilnehmer FC Bayern München und VfB Stuttgart werden am 26. und 27. August 2025 ausgetragen.
Der Wettbewerb trägt eine besondere historische Bedeutung: Mit der Benennung des Supercups nach dem im Januar 2024 verstorbenen Franz Beckenbauer würdigen die DFL und der DFB gemeinsam dessen Verdienste um den deutschen Fußball. Das erste Spiel unter dem Namen “Franz Beckenbauer Supercup” findet am 16. August 2025 zwischen dem FC Bayern und dem VfB Stuttgart statt.
Teilnehmerfeld: Von der Bundesliga bis zur Regionalliga
Das Starterfeld setzt sich aus verschiedenen Leistungsebenen zusammen:
- 18 Bundesligisten (automatisch qualifiziert)
- 18 Zweitligisten (automatisch qualifiziert)
- 4 Drittligisten (beste Platzierungen der Vorsaison)
- 21 Landespokalsieger
- 3 zusätzliche Vertreter aus den mitgliederstärksten Landesverbänden (Bayern, Niedersachsen, Westfalen)
Die Favoriten: Marktwerte und Kaderstärken
An der Spitze der Marktwert-Tabelle thront erwartungsgemäß der FC Bayern München mit einem Gesamtmarktwert von 905,50 Millionen Euro bei einem Durchschnittsalter von 26,4 Jahren. Mit einem durchschnittlichen Marktwert von 34,83 Millionen Euro pro Spieler unterstreicht der Rekordmeister seine finanzielle Dominanz.
Dahinter folgen:
- RB Leipzig: 486,45 Mio. € (Ø 13,90 Mio. €/Spieler)
- Bayer 04 Leverkusen: 407,05 Mio. € (Ø 17,70 Mio. €/Spieler)
- Borussia Dortmund: 402,10 Mio. € (Ø 14,89 Mio. €/Spieler)
- Eintracht Frankfurt: 342,40 Mio. € (Ø 11,05 Mio. €/Spieler)
- VfB Stuttgart: 295,13 Mio. € (Ø 9,84 Mio. €/Spieler)
Traditionsvereine in der Zweitklassigkeit
Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Traditionsklubs, die aktuell in unteren Ligen spielen. Der FC Schalke 04 (Marktwert: 34,40 Mio. €) und der Hamburger SV (69,15 Mio. €) träumen vom Pokalmärchen aus der 2. Liga heraus. Noch tiefer gefallen ist der 1. FC Kaiserslautern mit einem Gesamtmarktwert von nur 24,53 Millionen Euro.
Die Underdogs: Amateurvereine mit großen Träumen
Am anderen Ende der Marktwert-Skala finden sich die wahren Außenseiter. Der RSV Eintracht 1949 bringt es auf einen Gesamtmarktwert von gerade einmal 25.000 Euro, während bei Vereinen wie FV Engers 07, FK Pirmasens, SV Hemelingen und SV Atlas Delmenhorst gar keine Marktwerte erfasst sind.
Auslosung und Spielmodus
Die Auslosung am 15. Juni 2025 im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund brachte bereits einige Kracher-Duelle hervor. Als “Losfee” fungierte Leichtathlet Owen Ansah, Ziehungsleiter war DFB-Vizepräsident Peter Frymuth.
Highlights der ersten Runde:
- SV Wehen Wiesbaden – FC Bayern München
- Eintracht Braunschweig – VfB Stuttgart
- Rot-Weiss Essen – Borussia Dortmund (Revierderby)
- DSC Arminia Bielefeld – SV Werder Bremen
- 1.FC Lokomotive Leipzig – FC Schalke 04
- SG Dynamo Dresden – 1. FSV Mainz 05
- 1.FC Schweinfurt 05 – Fortuna Düsseldorf
- SG Sonnenhof Großaspach – Bayer 04 Leverkusen
Alle Paarungen der ersten Runde:
| Datum | Uhrzeit | Heimteam | Gastteam |
|---|---|---|---|
| Freitag, 15. August 2025 | |||
| 15.08. | 18:00 | 1. FC Saarbrücken | 1. FC Magdeburg |
| 15.08. | 18:00 | FC Gütersloh | 1. FC Union Berlin |
| 15.08. | 18:00 | SG Sonnenhof Großaspach | Bayer Leverkusen |
| 15.08. | 20:45 | Arminia Bielefeld | Werder Bremen |
| Samstag, 16. August 2025 | |||
| 16.08. | 13:00 | BFC Dynamo | VfL Bochum |
| 16.08. | 13:00 | FK Pirmasens | Hamburger SV |
| 16.08. | 15:30 | Bahlinger SC | 1. FC Heidenheim |
| 16.08. | 15:30 | Eintracht Norderstedt | FC St. Pauli |
| 16.08. | 15:30 | FV Illertissen | 1. FC Nürnberg |
| 16.08. | 15:30 | Hansa Rostock | TSG Hoffenheim |
| 16.08. | 15:30 | SV Hemelingen | VfL Wolfsburg |
| 16.08. | 15:30 | SV Sandhausen | RB Leipzig |
| 16.08. | 18:00 | Energie Cottbus | Hannover 96 |
| 16.08. | 18:00 | Sportfreunde Lotte | SC Freiburg |
| 16.08. | 18:00 | VfB Lübeck | SV Darmstadt 98 |
| Sonntag, 17. August 2025 | |||
| 17.08. | 13:00 | FV Engers 07 | Eintracht Frankfurt |
| 17.08. | 13:00 | FC Viktoria Köln | SC Paderborn 07 |
| 17.08. | 15:30 | 1. FC Lokomotive Leipzig | FC Schalke 04 |
| 17.08. | 15:30 | SV Atlas Delmenhorst | Borussia Mönchengladbach |
| 17.08. | 15:30 | Blau-Weiß Lohne | SpVgg Greuther Fürth |
| 17.08. | 15:30 | SSV Jahn Regensburg | 1. FC Köln |
| 17.08. | 15:30 | RSV Eintracht 1949 | 1. FC Kaiserslautern |
| 17.08. | 15:30 | ZFC Meuselwitz | Karlsruher SC |
| 17.08. | 18:00 | FC 08 Homburg | Holstein Kiel |
| 17.08. | 18:00 | Hallescher FC | FC Augsburg |
| 17.08. | 18:00 | SSV Ulm 1846 | SV 07 Elversberg |
| Montag, 18. August 2025 | |||
| 18.08. | 18:00 | 1. FC Schweinfurt 05 | Fortuna Düsseldorf |
| 18.08. | 18:00 | SG Dynamo Dresden | 1. FSV Mainz 05 |
| 18.08. | 18:00 | SC Preußen Münster | Hertha BSC |
| 18.08. | 20:45 | Rot-Weiss Essen | Borussia Dortmund |
| Dienstag, 26. August 2025 | |||
| 26.08. | 20:45 | Eintracht Braunschweig | VfB Stuttgart |
| Mittwoch, 27. August 2025 | |||
| 27.08. | 20:45 | SV Wehen Wiesbaden | FC Bayern München |
Die Mannschaften wurden in zwei Lostöpfe unterteilt. Der Amateurtopf genießt dabei traditionell Heimrecht, was für zusätzliche Brisanz sorgt.
TV-Übertragungen und Termine
Die Übertragungsrechte teilen sich auch in dieser Saison ARD, ZDF und Sky. Das ZDF überträgt am Freitag, 15. August (ab 20.45 Uhr), das Duell von Pokalfinalist und Zweitligaaufsteiger Arminia Bielefeld und Bundesligist Werder Bremen live, die ARD am Montag, 18. August (ab 20.45 Uhr), das Pokalderby von Drittligist Rot-Weiss Essen und Bundesligist Borussia Dortmund.
Weitere wichtige Termine:
- 2./3. Dezember 2025: Achtelfinale
- 3./4. und 10./11. Februar 2026: Viertelfinale
- 21./22. April 2026: Halbfinale
- 1.Mai 2026: Finale in Berlin
Besondere Geschichten
Arminia Bielefeld – Der Sensationsfinalist von 2025
Die Arminia sorgte in der vergangenen Saison für die größte Pokalsensation. Als Drittligist erreichte das Team von Trainer Mitch Kniat das Finale und unterlag dem VfB Stuttgart nur knapp mit 2:4. Vier Siege gegen Bundesligisten in einer Saison waren zuvor noch keiner Mannschaft gelungen, die nicht selbst in der ersten oder zweiten Bundesliga spielte. Nun startet Bielefeld als Zweitligist mit Heimrecht gegen Werder Bremen.
Sportfreunde Lotte – Glück im Unglück
Da der Sieger des Westfalenpokals Arminia Bielefeld bereits als Meister der 3. Liga für den DFB-Pokal qualifiziert war, qualifizierten sich auch die Sportfreunde Lotte als unterlegener Finalist. Mit einem Marktwert von nur 1,86 Millionen Euro gehören sie zu den kleinsten Vereinen im Wettbewerb.
Statistische Besonderheiten
Jüngste Teams:
- VfB Lübeck: Ø 22,4 Jahre
- SV Hemelingen: Ø 22,6 Jahre
- 1. FC Nürnberg: Ø 23,4 Jahre
Älteste Teams:
- 1. FC Saarbrücken: Ø 27,5 Jahre
- SC Freiburg: Ø 27,0 Jahre
- Preußen Münster: Ø 26,9 Jahre
Größte Kader:
- RB Leipzig: 35 Spieler
- FC Schalke 04: 35 Spieler
- Fortuna Düsseldorf: 29 Spieler
Stadionbesonderheiten
Einige Amateurvereine weichen für ihre Heimspiele auf größere Stadien aus:
- Anstelle des heimischen Edmund-Plambeck-Stadions in Norderstedt findet das Spiel im Millerntor-Stadion in Hamburg statt.
- Anstelle der heimischen Bezirkssportanlage in Bremen-Hemelingen findet das Spiel im Weserstadion in Bremen statt.
Alle 64 qualifizierten Teams im Überblick
Bundesliga (18 Teams)
FC Bayern München, RB Leipzig, Bayer 04 Leverkusen, Borussia Dortmund, Eintracht Frankfurt, VfB Stuttgart, VfL Wolfsburg, SC Freiburg, TSG 1899 Hoffenheim, Borussia Mönchengladbach, 1.FSV Mainz 05, SV Werder Bremen, FC Augsburg, 1.FC Union Berlin, 1.FC Köln, 1.FC Heidenheim 1846, FC St. Pauli, Holstein Kiel
2. Bundesliga (18 Teams)
Hamburger SV, Hertha BSC, VfL Bochum, FC Schalke 04, Hannover 96, Fortuna Düsseldorf, SV Darmstadt 98, 1.FC Nürnberg, SC Paderborn 07, 1.FC Magdeburg, 1.FC Kaiserslautern, Karlsruher SC, SpVgg Greuther Fürth, SV 07 Elversberg, Eintracht Braunschweig, Preußen Münster, SSV Jahn Regensburg, SSV Ulm 1846
3. Liga (4 Teams)
Arminia Bielefeld, SV Wehen Wiesbaden, Rot-Weiss Essen, Sportfreunde Lotte
Regionalliga und Amateurvereine (24 Teams)
SG Dynamo Dresden, FC Hansa Rostock, 1.FC Saarbrücken, FC Energie Cottbus, FC Viktoria Köln, 1.FC Schweinfurt 05, SV Sandhausen, Hallescher FC, FC 08 Homburg, 1. FC Lokomotive Leipzig, FC Gütersloh, BFC Dynamo, FV Illertissen, Blau-Weiß Lohne, Eintracht Norderstedt, ZFC Meuselwitz, Bahlinger SC, VfB Lübeck, SG Sonnenhof Großaspach, RSV Eintracht 1949, FV Engers 07, FK Pirmasens, SV Hemelingen, SV Atlas Delmenhorst
Ausblick: Wer holt den Pott?
Die Saison 2025/26 verspricht wieder spannende Pokalabende. Während der FC Bayern München nach fünf Jahren Durststrecke endlich wieder den Pokal gewinnen möchte, will Titelverteidiger VfB Stuttgart beweisen, dass der Triumph gegen Arminia Bielefeld kein Zufall war.
Die größten Herausforderer dürften RB Leipzig, Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund sein. Doch die Geschichte des DFB-Pokals lehrt: Im Pokal ist alles möglich. Vielleicht schreibt ja wieder ein Underdog Geschichte – die Chancen stehen bei 64 Teilnehmern nicht schlecht.
Der Weg zum Finale im Berliner Olympiastadion beginnt Mitte August. Dann heißt es wieder: “Pokal hat seine eigenen Gesetze!”


