Der 21. Spieltag der 3. Liga verspricht packende Begegnungen zwischen Aufstiegsaspiranten und Abstiegskandidaten. Mit dem SC Verl thront erstmals in der Vereinsgeschichte ein Überraschungsteam an der Tabellenspitze, während etablierte Traditionsvereine um den Anschluss kämpfen.
Die Rückrunde der 3. Liga 2025/26 hat gleich zum Auftakt für Überraschungen gesorgt. Mit einem furiosen 5:2-Erfolg gegen Waldhof Mannheim hat der SC Verl die Tabellenführung übernommen und setzt seinen bemerkenswerten Lauf fort. Zwölf Spiele ohne Niederlage sprechen eine deutliche Sprache – der Außenseiter aus Ostwestfalen ist längst kein Geheimtipp mehr, sondern ein ernstzunehmender Aufstiegskandidat.
SC Verl: Die Mannschaft der Stunde begeistert
Alessio Besio avancierte beim jüngsten Kantersieg mit einem lupenreinen Hattrick in nur 17 Minuten zum Mann des Spiels. Der Angreifer des SC Verl brachte die Ostwestfalen bereits in der ersten Halbzeit mit einem Dreierpack auf die Siegerstraße (12., 27., 29. Minute). Berkan Taz und Julian Stark rundeten das Ergebnis ab, während Felix Lohkemper für Mannheim per Doppelpack zwischenzeitlich noch einmal für Spannung sorgte.
Trainer Tobias Strobl gibt sich trotz der erstmaligen Tabellenführung gewohnt bescheiden: “Das ist eine sehr schöne Momentaufnahme, aber wir haben noch 18 Spiele vor uns.” Die Verler haben inzwischen bereits 49 Tore erzielt – ein Wert, an den selbst die direkten Konkurrenten nicht annähernd herankommen. Am kommenden Sonntag reist die Mannschaft zum SV Wehen Wiesbaden, der zuletzt mit einem 1:0-Sieg beim SSV Ulm ebenfalls drei Punkte einfahren konnte.
Topspiel der Woche: VfL Osnabrück – TSV 1860 München
Am Sonntag (25.01.2026, 16:30 Uhr) empfängt der VfL Osnabrück die Münchner Löwen an der Bremer Brücke. Die Partie ist bereits nahezu ausverkauft – nur noch Restkarten auf der Westkurve sind verfügbar. Osnabrück liegt mit 35 Punkten auf dem fünften Tabellenplatz und hat vier Zähler mehr als die Giesinger auf dem Konto.
Der VfL Osnabrück präsentiert sich in dieser Saison mit einer bemerkenswerten Statistik: Mit sechs Auswärtssiegen führen die Niedersachsen die Auswärtstabelle der 3. Liga an und haben auf fremden Plätzen bereits 20 Treffer erzielt. Daheim hingegen zeigt sich ein anderes Bild – in der Heimtabelle reicht es mit vier Siegen, drei Unentschieden und drei Niederlagen nur für einen enttäuschenden 14. Rang.
Zum Rückrundenauftakt überzeugte das Team mit einem souveränen 3:0-Erfolg bei Alemannia Aachen. Henning (7.), ein Eigentor von Scepanik (41.) und Meißner (89.) sorgten für klare Verhältnisse. Gegen die Löwen wird es nun darauf ankommen, die Heimschwäche abzulegen und die Aufstiegschancen am Leben zu halten.
1860 München hofft auf Wende
Der TSV 1860 München rettete im Rückrundenauftakt gegen Rot-Weiss Essen durch einen späten Treffer von Max Reinthaler (90.) noch einen Punkt. Das 1:1 geht nach dem Spielverlauf in Ordnung, doch für Trainer Markus Kauczinski und sein Team dürfte dieser eine Zähler zu wenig sein, um die eigenen Saisonziele zu erreichen.
Auswärts tun sich die Löwen traditionell schwer. Im Schnitt kommt die Mannschaft auf fremden Plätzen nicht einmal auf einen Treffer pro Spiel, was in der Auswärtstabelle nur für den 14. Rang reicht. Die jüngere Bilanz an der Bremer Brücke spricht zudem gegen ein Offensivspektakel – die letzten beiden Aufeinandertreffen in Osnabrück endeten mit einem 1:0 bzw. 0:2.
Energie Cottbus unter Druck
Der bisherige Tabellenführer Energie Cottbus musste beim Rückrundenstart in Saarbrücken die Spitzenposition abgeben. Trotz eines 1:1-Unentschiedens gegen den kriselnden 1. FC Saarbrücken rutschte die Mannschaft von Trainer Claus-Dieter Wollitz auf Platz zwei ab. Die Lausitzer standen im Ludwigsparkstadion über weite Strecken unter Druck – gleich dreimal rettete das Aluminium vor einem Rückstand.
Moritz Hannemann brachte Cottbus kurz vor der Pause mit einem sehenswerten Konter in Führung (43.), ehe Florian Pick nach dem Seitenwechsel den verdienten Ausgleich für die Saarländer erzielte (54.). Am kommenden Samstag empfängt Energie das Schlusslicht 1. FC Schweinfurt 05 zum Heimspiel-Auftakt 2026 – eine Pflichtaufgabe, um den Anschluss an die Tabellenspitze nicht zu verlieren.
MSV Duisburg peilt Durchmarsch an
Topspiel Samstag: MSV Duisburg – Jahn Regensburg (16:30 Uhr)
Die Zebras aus Duisburg sind mit einem furiosen 4:0-Auswärtssieg bei der VfB Stuttgart II ins neue Jahr gestartet und liegen mit 37 Punkten auf dem zweiten Tabellenplatz. Im Hinspiel gab es für Regensburg eine bittere 0:4-Heimniederlage gegen den Aufsteiger.
Der MSV Duisburg bleibt als einziger Drittligist zu Hause weiterhin ungeschlagen. Die erwiesene Heimstärke der Meidericher sollte auch gegen den Zweitliga-Absteiger aus Regensburg den Unterschied machen. Das jüngste 0:3 des Jahn gegen den Tabellennachbarn aus Ingolstadt ließ erkennen, dass man die Oberpfälzer durchaus auf dem falschen Fuß erwischen kann.
Abstiegskampf: Havelse und Schweinfurt überraschen
Bemerkenswert verlief der Rückrundenstart für die klassischen Punktelieferanten der Liga. Der TSV Havelse ist mittlerweile seit vier Partien ungeschlagen und reist mit frischem Selbstvertrauen nach Essen. Rot-Weiss Essen teilte in drei der vier letzten Partien die Punkte und muss sich vor dem vermeintlichen Kellerduell in Acht nehmen.
Auch der 1. FC Schweinfurt sorgte mit einem überraschenden Sieg für Aufsehen, kassierte in dieser Saison allerdings bereits 50 Gegentore – ein Schnitt von 2,5 pro Spiel. Gegen Energie Cottbus wird es am Samstag darauf ankommen, die defensive Anfälligkeit in den Griff zu bekommen.
Saarbrücken in der Dauerkrise
Der 1. FC Saarbrücken wartet mittlerweile seit 13 Ligaspielen auf einen Sieg – eine alarmierende Bilanz für einen Verein mit Aufstiegsambitionen. Trotz zahlreicher Großchancen gegen Cottbus gelang den Saarländern erneut nur ein Remis. Am Freitagabend eröffnet das Team den 21. Spieltag mit dem Gastspiel bei Viktoria Köln, die ihrerseits mit einem 0:2 beim Schlusslicht Schweinfurt denkbar schlecht ins neue Jahr gestartet sind.
Die Partien des 21. Spieltags im Überblick
| Datum | Begegnung | Uhrzeit |
| Fr., 23.01.2026 | Viktoria Köln – 1. FC Saarbrücken | 19:00 Uhr |
| Sa., 24.01.2026 | FC Ingolstadt – VfB Stuttgart II | 14:00 Uhr |
| Sa., 24.01.2026 | Erzgebirge Aue – SSV Ulm | 14:00 Uhr |
| Sa., 24.01.2026 | Energie Cottbus – 1. FC Schweinfurt | 14:00 Uhr |
| Sa., 24.01.2026 | Rot-Weiss Essen – TSV Havelse | 14:00 Uhr |
| Sa., 24.01.2026 | TSG Hoffenheim II – Alemannia Aachen | 14:00 Uhr |
| Sa., 24.01.2026 | MSV Duisburg – Jahn Regensburg | 16:30 Uhr |
| So., 25.01.2026 | Waldhof Mannheim – Hansa Rostock | 13:30 Uhr |
| So., 25.01.2026 | VfL Osnabrück – 1860 München | 16:30 Uhr |
| So., 25.01.2026 | Wehen Wiesbaden – SC Verl | 19:30 Uhr |
Spannung an allen Fronten
Der 21. Spieltag der 3. Liga verspricht Spannung auf allen Ebenen. An der Tabellenspitze wird der Kampf zwischen SC Verl, Energie Cottbus, MSV Duisburg und Hansa Rostock immer enger. Im Tabellenkeller kämpfen Schweinfurt, Havelse und Viktoria Köln ums Überleben. Dazwischen versuchen Traditionsvereine wie 1860 München, der 1. FC Saarbrücken und Erzgebirge Aue den Anschluss nach oben nicht zu verlieren. Die Rückrunde 2025/26 hat gerade erst begonnen – und schon jetzt ist klar: Es wird ein heißer Kampf bis zum letzten Spieltag am 16. Mai 2026.


