Hahnenkammrennen 2026: Zeitplan, Favoriten & TV-Übertragung

Lukas Stratmann
| veröffentlicht am: 22.01.26 (aktualisiert: 22.01.26)
geprüft von René Müller | 4 Min. Lesezeit

Die 86. Auflage der legendären Hahnenkammrennen steht bevor – vom 23. bis 25. Januar 2026 messen sich die weltbesten Skirennläufer auf der berühmt-berüchtigten Streif in Kitzbühel. Mit Super-G, Abfahrt und Slalom warten drei hochkarätige Rennen auf die Wintersport-Fans.

Das Programm der Hahnenkammrennen 2026

Die Rennwoche in Kitzbühel beginnt bereits am Dienstag, dem 20. Januar, mit dem ersten Abfahrtstraining auf der Streif. Am Mittwoch folgt das zweite Training, bevor am Freitag der Wettkampf-Auftakt mit dem Super-G erfolgt.

Datum Uhrzeit Rennen Strecke
Fr., 23.01.2026 11:30 Uhr Super-G Streifalm
Sa., 24.01.2026 11:30 Uhr Abfahrt Streif
So., 25.01.2026 10:15 / 13:30 Uhr Slalom Ganslernhang

Am Abend der jeweiligen Renntage finden die Startnummernverlosungen für den Folgetag sowie die Siegerehrungen statt. Die traditionelle “Goldene Gams” wird an jeden Rennsieger überreicht.

Die Streif: Zahlen und Fakten zur legendären Abfahrt

Die Streif gilt unbestritten als die anspruchsvollste und gefährlichste Abfahrtsstrecke im alpinen Skiweltcup. Seit 1937 ist sie Schauplatz der internationalen Hahnenkammrennen und hat seither unzählige dramatische Momente erlebt.

Die Strecke beginnt auf 1.665 Metern Höhe und endet im Zielraum auf 805 Metern. Über eine Länge von 3.312 Metern überwinden die Athleten eine Höhendifferenz von 860 Metern. Dabei erreichen sie Spitzengeschwindigkeiten von über 140 km/h.

Besonders gefürchtet sind die Schlüsselstellen der Streif: Die Mausefalle mit ihrem steilen Einsprung, der berüchtigte Steilhang, die Hausbergkante und der spektakuläre Zielsprung. Das maximale Gefälle beträgt an einigen Stellen bis zu 85 Prozent. Der Streckenrekord von 1:51,58 Minuten stammt aus dem Jahr 1997 und wurde vom Österreicher Fritz Strobl aufgestellt.

Super-G am Freitag: Odermatts erste Chance auf die Goldene Gams

Der Super-G am Freitag eröffnet das Rennprogramm auf der verkürzten Streifalm-Strecke. Als klarer Favorit geht Marco Odermatt ins Rennen. Der Schweizer Ausnahmekönner führt die Super-G-Weltcupwertung an und hat im Vorjahr bereits den Super-G in Kitzbühel gewonnen – sein erster Triumph auf der Streif überhaupt.

Mit Vincent Kriechmayr und Raphael Haaser haben die Österreicher zwei heiße Eisen im Feuer. Haaser sorgte 2025 mit einem überraschenden zweiten Platz für Ekstase beim Heimpublikum. Kriechmayr, der zuletzt wegen einer Verletzung pausieren musste, peilt ebenfalls das Podium an.

Aus dem Schweizer Team sind neben Odermatt auch Franjo von Allmen, Stefan Rogentin und Alexis Monney zu beachten. Der Italiener Giovanni Franzoni kommt nach seinem Super-G-Sieg in Wengen mit viel Selbstvertrauen nach Kitzbühel.

Abfahrt am Samstag: Odermatts letztes großes Ziel

Das absolute Highlight der Hahnenkammrennen ist die Abfahrt am Samstag. Für Marco Odermatt ist der Sieg in der Kitz-Abfahrt “das größte Rennen in unserer Sportart” und zugleich die letzte große Trophäe, die ihm noch fehlt. Der vierfache Gesamtweltcupsieger wurde auf der Streif bereits zweimal Zweiter und einmal Dritter – nur der ganz große Triumph blieb ihm bisher verwehrt.

Die Trainingsläufe haben bereits für Spannung gesorgt. Giovanni Franzoni fuhr in beiden Trainingseinheiten Bestzeit und präsentierte sich in herausragender Verfassung. Odermatt selbst betonte jedoch, dass die Trainingszeiten nicht überbewertet werden sollten, da nicht jeder Fahrer ans absolute Limit geht.

Die Pistenverhältnisse präsentieren sich dieses Jahr als “einfacheres Kitzbühel”, wie Odermatt bemerkte. Die Strecke sei weniger eisig und ruhiger als in anderen Jahren. Das könnte den Favoritenkreis vergrößern, da die Fehlerquote bei derart schwierigen Bedingungen normalerweise höher ist.

Neben Odermatt und Franzoni gelten Franjo von Allmen, Alexis Monney, Vincent Kriechmayr und der Vorjahressieger James Crawford als Sieganwärter. Auch Dominik Paris, dreifacher Kitzbühel-Sieger, könnte auf der ihm vertrauten Strecke wieder glänzen.

Slalom am Sonntag: Offener Kampf um den Torlauf-Sieg

Der Slalom am Ganslernhang beschließt das Hahnenkamm-Wochenende traditionell am Sonntag. In dieser Disziplin ist der Favoritenkreis besonders groß und die Saison hat gezeigt, dass praktisch jedes Rennen einen anderen Sieger hervorbringt.

Atle Lie McGrath aus Norwegen führt nach seinem Sieg in Wengen die Slalom-Weltcupwertung an. Der 25-Jährige verteidigte dort seinen Vorjahrestitel und gilt auch in Kitzbühel als Mitfavorit.

Dahinter lauern Lucas Pinheiro Braathen, Clément Noël und Paco Rassat. Der Franzose Rassat hat in dieser Saison bereits zweimal gewonnen und sich als Überraschungsmann der Saison etabliert. In Wengen erwischte er allerdings einen rabenschwarzen Tag und schied aus.

Mit Henrik Kristoffersen und Timon Haugan sind zwei weitere Norweger zu beachten. Die österreichische Hoffnung ruht auf Manuel Feller und Marco Schwarz, die bei ihrem Heimrennen auf das erste Podium in dieser Saison hoffen.

TV-Übertragung der Hahnenkammrennen 2026

Die Hahnenkammrennen werden in Deutschland umfassend im Free-TV übertragen. Die ARD zeigt alle drei Rennen live im Fernsehen und im Livestream auf sportschau.de.

Die Übertragungszeiten der ARD:

  • Freitag, Super-G: ab 11:10 Uhr
  • Samstag, Abfahrt: ab 11:15 Uhr
  • Sonntag, Slalom: 1. Lauf ab 10:15 Uhr, 2. Lauf ab 13:20 Uhr

Eurosport überträgt ebenfalls alle Rennen live im TV und Stream. Da Eurosport auch bei DAZN verfügbar ist, können Abonnenten dort die Rennen verfolgen.

In Österreich liegt die Übertragung beim ORF, der jeweils eine halbe Stunde vor Rennbeginn mit der Live-Sendung startet. Der ORF bietet zudem ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Dokumentationen wie “Nach dem Sturz – Die Opfer der Streif” und historischen Rückblicken.

Die Kommentatoren im ORF sind Oliver Polzer mit den Co-Kommentatoren Armin Assinger (Abfahrt), Hans Knauß (Super-G) und Thomas Sykora (Slalom).

Das Rekord-Preisgeld 2026

Die 86. Hahnenkammrennen schütten ein Rekord-Preisgeld von insgesamt 1.050.000 Euro aus. Jeder Rennsieger erhält 101.000 Euro, der Zweitplatzierte 51.000 Euro und der Dritte 26.000 Euro.

Das Preisgeld wird bis Rang 30 ausgezahlt, wobei der 30. Platz immerhin noch 2.500 Euro einbringt. Alle drei Rennen – Super-G, Abfahrt und Slalom – sind mit identischen Preisgeldern dotiert.

Tickets und Anreise

Tickets für die Hahnenkammrennen sind ausschließlich online im Vorverkauf über die offizielle Website des Kitzbüheler Ski Clubs erhältlich. Vor Ort werden keine Karten verkauft.

Die Stehplatztickets starten bei 35 Euro für Erwachsene. Kinder und Jugendliche haben freien Eintritt und benötigen lediglich einen Lichtbildausweis. Tribünenplätze beginnen bei 230 Euro pro Person.

Ein Geheimtipp für Sparfüchse: An den Trainingstagen am Dienstag und Mittwoch ist der Eintritt für alle kostenlos. Hier können Fans die Stars hautnah erleben – ohne Gedränge und ohne Kosten.

Für die Anreise empfiehlt sich der ÖBB-Hahnenkammexpress, der zwischen Kirchberg in Tirol, Kitzbühel und St. Johann verkehrt.

Ausblick auf Olympia 2026


Die Hahnenkammrennen 2026 haben eine besondere Bedeutung: Sie sind die letzte große Standortbestimmung vor den Olympischen Winterspielen in Milano Cortina (6. bis 22. Februar 2026). Für viele Athleten geht es nicht nur um Weltcup-Punkte und die begehrte Goldene Gams, sondern auch um Selbstvertrauen vor dem wichtigsten Saisonhöhepunkt.

Nach Kitzbühel steht nur noch der Slalom in Schladming (28. Januar) auf dem Programm, bevor die Olympia-Entscheidungen fallen. Die Nervosität und der Druck sind entsprechend hoch – beste Voraussetzungen für hochdramatische Rennen auf der legendären Streif.

Lukas Stratmann - Senior Football Analyst & Betting Strategist |
Lukas Stratmann Lukas Stratmann ist ehemaliger Video-Analyst der 2. Bundesliga und Absolvent der Deutschen Sporthochschule Köln mit DFB-Elite-Jugend-Lizenz. Nach seiner Tätigkeit als leitender Redakteur bei einem europäischen Fußball-Statistikportal arbeitet er seit 2022 als freiberuflicher Betting Consultant. Seine Expertise liegt in der Verbindung von taktischer Spielanalyse mit datenbasierten Metriken wie xG und PPDA – mit besonderem Fokus auf Bundesliga, 2. Bundesliga und Player-Props-Märkte.