Das Kellerduell wird zum Gradmesser: Während Espanyol als Überraschungsteam der Saison glänzt, kämpft Aufsteiger Levante verzweifelt gegen den Abstieg. Nach dem überraschenden 3:0-Sieg bei Sevilla will der Tabellenlletzte vor heimischem Publikum nachlegen – doch die Katalanen reisen mit ganz anderen Ambitionen an.
Am 19. Spieltag der La Liga 2025/26 kommt es im Estadi Ciutat de València zu einem brisanten Aufeinandertreffen. UD Levante empfängt Espanyol Barcelona am Samstag, den 11. Januar 2026, um 16:15 Uhr zu einem Duell, das unterschiedlicher kaum sein könnte. Während die Granotes als Tabellenschlusslicht verzweifelt um den Klassenerhalt kämpfen, präsentiert sich Espanyol als die große Überraschung der Saison und mischt auf Platz fünf sogar im Kampf um die internationalen Plätze mit.
Der Kontrast könnte größer nicht sein: Hier der Aufsteiger aus Valencia, der nach einer Drittliga-Odyssee endlich wieder erstklassig spielt, dort die Periquitos, die nach jahrelangem Mittelmaß plötzlich ihre beste Saison des 21. Jahrhunderts spielen. Mit nur zehn Punkten aus 18 Spielen steht Levante mit dem Rücken zur Wand, während Espanyol mit beeindruckenden 25 Zählern nur zwei Punkte vom Champions-League-Platz entfernt ist. Die Ausgangslage macht Espanyol zum klaren Favoriten – doch nach dem fulminanten 3:0-Erfolg der Hausherren bei Sevilla am vergangenen Wochenende könnte die Partie spannender werden als erwartet.
Formbetrachtung: UD Levante

Besonders alarmierend ist die Heimbilanz der Granotes. In den vergangenen sechs Heimspielen gelang kein einziger Sieg – lediglich zwei Unentschieden standen vier Niederlagen gegenüber. Dabei kassierten die Valencier 14 Gegentore und erzielten selbst nur fünf Treffer. Das heimische Estadi Ciutat de València, das lediglich 26.354 Zuschauer fasst, entwickelte sich bislang nicht zur erhofften Festung.
Die jüngste Vergangenheit zeichnet ein düsteres Bild: Vor dem Überraschungscoup bei Sevilla war Levante acht Spiele ohne Sieg geblieben. Die letzten fünf Ligaspiele vor dem Sevilla-Match endeten mit drei Niederlagen und zwei Unentschieden. Besonders bitter: Gegen direkte Konkurrenten im Abstiegskampf gab es kaum Zählbares. Die 0:1-Niederlage im Copa del Rey gegen Viertligist Cultural Leonesa am 17. Dezember unterstrich die Krise eindrucksvoll.
Der 3:0-Auswärtssieg bei Sevilla kam daher einem Befreiungsschlag gleich. Unter dem neuen Trainer Luis Castro, der erst im Dezember das Ruder übernahm, feierte Levante einen Traumeinstand. Carlos Alvarez erzielte in der Nachspielzeit das dritte Tor und ist mit drei Saisontreffern gemeinsam mit Ivan Romero (vier Tore) einer der wenigen Lichtblicke in einer ansonsten mauen Offensive. Topscorer Etta Eyong fehlt aktuell wegen des Afrika-Cups und hinterlässt eine schmerzliche Lücke.
Die Defensive zeigt sich anfällig gegen Standards und Kontersituationen. Torhüter Mathew Ryan, der langjährige australische Nationaltorhüter, konnte in 18 Spielen lediglich zwei Zu-Null-Spiele verbuchen. Die Abwehrkette um Matias Moreno und Adrian De La Fuente wirkt häufig überfordert, wenn gegnerische Teams mit Tempo agieren.
Schlüsselspieler UD Levante
| Spieler | Tore | Assists | Einsätze | Position |
| Ivan Romero | 4 | 2 | 14 | Sturm |
| Carlos Alvarez | 3 | 1 | 17 | Mittelfeld |
| Etta Eyong (gesperrt) | 6 | 0 | 15 | Sturm |
| Adrian De La Fuente | 1 | 0 | 14 | Abwehr |
| Jose Luis Morales | 1 | 2 | 16 | Mittelfeld |
Aktuelle Leistungsbewertung: Espanyol Barcelona

Das Erfolgsrezept der Katalanen liegt in ihrer kompakten Spielweise. Espanyol verteidigt diszipliniert in einer 4-4-2-Formation und lauert auf Konterchancen. Die Mannschaft rangiert auf Platz 20 in der Ballbesitzstatistik, zeigt sich aber bei Ballgewinnen blitzschnell und effizient im Umschalten. Mit fünf Zu-Null-Spielen aus den letzten zehn Partien stellt Espanyol die zweitbeste Defensive der Liga.
Die jüngste Siegesserie vor dem Barcelona-Derby war beeindruckend: Fünf Pflichtspielsiege in Folge katapultierten die Blau-Weißen in die Top fünf. Nach Siegen gegen Getafe (1:0), Athletic Bilbao (2:1) und anderen Top-Teams mussten sie sich allerdings im Stadtderby gegen Barcelona mit 0:2 geschlagen geben. Doch selbst in dieser Partie zeigten die Gäste eine ansprechende Leistung und hätten durchaus Tore erzielen können.
Besonders stark präsentiert sich Espanyol auswärts. In den letzten sechs Auswärtsspielen holten die Periquitos vier Siege, ein Unentschieden und kassierten nur eine Niederlage. Dabei erzielten sie sieben Tore und kassierten lediglich drei Gegentreffer. Diese Auswärtsstärke macht Espanyol zu einem der gefährlichsten Teams der Liga, wenn es um Spiele außerhalb des eigenen Stadions geht.
Schlüsselspieler Pere Milla führt mit sechs Saisontoren die interne Torschützenliste an. Der ehemalige Elche-Stürmer traf zuletzt beim 2:1-Sieg gegen Athletic Bilbao und ist in entscheidenden Momenten zur Stelle. Rafinha Fernandez ergänzt mit seinem physischen Spiel die Offensive, während Torhüter Marko Dmitrovic mit starken Paraden glänzt. Der serbische Keeper gehört zu den Gründen, warum Espanyol so defensiv stabil agiert.
Die taktische Flexibilität unter Trainer González ist bemerkenswert. Je nach Gegner variiert Espanyol zwischen defensivem 4-4-2 und offensiverem 4-3-3. Die Mannschaft zeigt sich sowohl im Pressing als auch im tiefen Block kompetent. Carlos Romero und Omar El Hilali bilden die Außenverteidiger, die mit ihren Vorstößen für Offensivakzente sorgen.
Schlüsselspieler Espanyol Barcelona
| Spieler | Tore | Assists | Einsätze | Position |
| Pere Milla | 6 | 1 | 18 | Sturm |
| Rafinha Fernandez | 4 | 0 | 17 | Sturm |
| Carlos Romero | 3 | 2 | 17 | Abwehr |
| Leandro Cabrera | 2 | 0 | 17 | Abwehr |
| Marko Dmitrovic | 0 | 0 | 18 | Tor |
Direktvergleich der Teams
Die Historie zwischen UD Levante und Espanyol Barcelona ist ausgeglichen und verspricht ein spannendes Duell. In den vergangenen 32 Aufeinandertreffen konnte Espanyol 13 Siege feiern, während Levante achtmal als Sieger vom Platz ging. Elf Partien endeten mit einem Unentschieden. Insgesamt fielen 85 Tore in diesen Begegnungen – durchschnittlich 2,66 Treffer pro Spiel, was auf unterhaltsame Duelle hindeutet.
Interessanterweise verliefen die jüngsten Direktbegegnungen eindeutig zugunsten Espanyols. Die Periquitos gewannen vier der letzten fünf Duelle gegen die Granotes. Besonders beeindruckend: In den vergangenen fünf Aufeinandertreffen erzielte Espanyol durchschnittlich 1,4 Tore pro Spiel, während Levante nur auf 0,8 Treffer kam. Die katalanische Defensive scheint Levantes Angriff traditionell gut im Griff zu haben.
Das letzte Aufeinandertreffen datiert vom 4. Februar 2024 in der Segunda División, als Espanyol mit 2:1 die Oberhand behielt. Auch in der Saison davor dominierte Espanyol mit einem 3:0-Heimsieg. Diese Serie unterstreicht die aktuelle Dominanz der Blau-Weißen in diesem Duell. Levantes letzter Sieg liegt bereits mehrere Jahre zurück und stammt aus der gemeinsamen Zeit in der zweiten Liga.
Ein statistisches Detail verdient Beachtung: In 73 Prozent aller Direktduelle zwischen beiden Mannschaften trafen beide Teams. Dies spricht für offene, torreiche Partien, bei denen auch der Underdog regelmäßig zum Torerfolg kommt. Levantes Heimstärke in vergangenen Jahren ist allerdings aktuell nicht gegeben – die Granotes tun sich in dieser Saison im eigenen Stadion extrem schwer.
Die historische Gesamtbilanz in La Liga fällt noch ausgeglichener aus. Hier stehen sich 12 Espanyol-Siege und acht Levante-Erfolge bei elf Remis gegenüber. Die meisten Siege feierte Espanyol in den 2000er und 2010er Jahren, als beide Teams regelmäßig in der ersten Liga aufeinandertrafen. Levantes erfolgreichste Phase gegen Espanyol lag zwischen 2012 und 2017, als die Valencier mehrfach punkten konnten.
Letzte Direktduelle
| Datum | Ergebnis | Wettbewerb |
| 04.02.2024 | Espanyol 2:1 Levante | Segunda División |
| 16.09.2023 | Espanyol 3:0 Levante | Segunda División |
| 18.02.2023 | Levante 1:1 Espanyol | Segunda División |
| 02.10.2022 | Espanyol 1:0 Levante | Segunda División |
| 21.05.2022 | Levante 2:1 Espanyol | La Liga |
Letzte 5 Begegnungen beider Teams
| Mannschaft | Ergebnisse der letzten 5 Spiele |
| UD Levante | Sieg (3:0 vs Sevilla), Unentschieden (1:1 vs Real Sociedad), Niederlage (0:1 vs Cultural Leonesa), Niederlage (0:2 vs Osasuna), Niederlage (0:1 vs Valencia) |
| Espanyol Barcelona | Niederlage (0:2 vs Barcelona), Sieg (2:1 vs Athletic Bilbao), Sieg (1:0 vs Getafe), Sieg (2:1 vs Atlético Madrid), Sieg (1:0 vs Mallorca) |
Taktische Betrachtung
Taktisch prallen zwei grundverschiedene Philosophien aufeinander. Levante unter Luis Castro versucht, mit einem offensiven 4-3-3-System Druck aufzubauen und früh zu pressen. Die Granotes wollen das Spiel kontrollieren und durch schnelle Kombinationen über die Flügel zum Torerfolg kommen. Jeremy Toljan auf der rechten und Manuel Sanchez auf der linken Außenbahn sollen für Breite sorgen, während das Mittelfelddrio aus Unai Vencedor, Kervin Arriaga und Victor Garcia die Fäden zieht.
Das größte Problem: Levantes Offensive mangelt es an Durchschlagskraft. Mit durchschnittlich nur 0,9 Toren pro Spiel in den letzten zehn Partien fehlt es an Effizienz vor dem gegnerischen Tor. Die Abwesenheit von Topscorer Etta Eyong wiegt schwer. Ivan Romero und Carlos Alvarez müssen die Verantwortung übernehmen, doch beiden fehlt es an Konstanz. Die Flankenläufe sind häufig zu ungenau, und im Strafraum fehlt es an Präsenz.
Espanyol hingegen setzt auf ein defensiv ausgerichtetes 4-4-2-System, das bei Ballbesitz flexibel ins 4-3-3 übergehen kann. Trainer Manolo González legt größten Wert auf Kompaktheit und Absicherung. Die Mannschaft lauert auf Fehler des Gegners und schaltet dann blitzschnell um. Pere Milla und Rafinha Fernandez bilden das Sturmduo, das durch schnelle Läufe hinter die Abwehrkette für Gefahr sorgt.
Die Periquitos stehen extrem tief, oft mit nur 40 bis 45 Prozent Ballbesitz. Doch genau darin liegt ihre Stärke: Sie zwingen den Gegner zu Fehlern und sind im Umschaltspiel hocheffizient. Die Außenverteidiger Carlos Romero und Omar El Hilali rücken bei eigenem Ballbesitz hoch auf und unterstützen die Flügelstürmer. Im Zentrum sorgen Pol Lozano und Gonzalez de Zarate für Stabilität und gewinnen wichtige Zweikämpfe.
Ein entscheidender Faktor wird die Standardsituation sein. Espanyol ist stark bei ruhenden Bällen und erzielt regelmäßig Tore nach Eckbällen oder Freistößen. Leandro Cabrera und Fernando Calero sind gefährliche Abnehmer bei hohen Bällen in den Strafraum. Levante dagegen zeigt sich anfällig bei Standardsituationen und kassierte bereits mehrere Gegentore nach Eckbällen.
Die Pressing-Resistenz wird für Levante entscheidend sein. Espanyol presst aggressiv in der gegnerischen Hälfte und zwingt zu langen Bällen. Sollte Levante dieses Pressing nicht überspielen können, droht ein Spiel mit vielen Ballverlusten und Kontersituationen für die Gäste. Castro muss seine Mannschaft darauf einstellen, geduldig zu bleiben und nicht überstürzt nach vorne zu spielen.
Voraussichtliche Startformationen
UD Levante (4-3-3)
Tor: Mathew Ryan
Abwehr: Jeremy Toljan, Adrian De La Fuente, Matias Moreno, Manuel Sanchez
Mittelfeld: Unai Vencedor, Kervin Arriaga, Victor Garcia
Angriff: Carlos Alvarez, Ivan Romero, Pablo Martinez
Espanyol Barcelona (4-4-2)
Tor: Marko Dmitrovic
Abwehr: Omar El Hilali, Fernando Calero, Leandro Cabrera, Carlos Romero
Mittelfeld: Gonzalez de Zarate, Pol Lozano, Edu Exposito, Javi Puado
Angriff: Pere Milla, Rafinha Fernandez
Unser UD Levante - Espanyol Barcelona Experten Wett Tipp:
Nach dem überraschenden 3:0-Sieg bei Sevilla kommt bei Levante wieder Hoffnung auf. Doch gegen ein formstarkes Espanyol wird die Aufgabe deutlich schwerer. Die Statistiken sprechen eine klare Sprache: Espanyol gewann vier der letzten fünf Direktduelle und ist auswärts eine Macht. Levantes desaströse Heimbilanz mit sechs sieglosen Spielen in Folge macht die Hausherren zum klaren Außenseiter.
Tipp 1: Doppelte Chance X2 (Unentschieden oder Espanyol-Sieg)
Espanyol ist das klar überlegene Team und kommt mit breiter Brust nach Valencia. Die Gäste kassierten in den letzten sechs Auswärtsspielen nur drei Gegentore und zeigen sich defensiv extrem stabil. Levante hingegen gewann zu Hause seit Wochen kein Spiel mehr. Ein Heimsieg wäre eine riesige Überraschung. Die Quote von etwa 1.50 für Doppelte Chance X2 bietet solide Sicherheit.
Tipp 2: Under 2.5 Tore
Beide Teams sind keine Offensiv-Feuerwerke. Espanyol erzielte in 18 Spielen nur 22 Tore, Levante sogar nur 17. Die Gäste spielen extrem defensiv und lassen kaum Chancen zu. Levantes Offensive ist ohne Topscorer Eyong zahnlos. In vier der letzten sechs Espanyol-Auswärtsspiele fielen unter 2.5 Tore. Die Quote von 2.00 ist attraktiv für diesen risikoarmen Tipp.
Tipp 3: Espanyol gewinnt ohne Gegentor
Espanyol hielt in fünf der letzten zehn Spiele die Null und verfügt über eine der besten Defensiven der Liga. Levante traf in den letzten drei Heimniederlagen überhaupt nicht. Mit Marko Dmitrovic im Tor haben die Gäste einen Rückhalt, der Weltklasse-Paraden zeigt. Ein 0:1 oder 0:2 ist durchaus realistisch. Die Quote von etwa 2.80 bietet hervorragenden Value.
- Doppelte Chance X2: 1.50
- Under 2.5 Tore: 2.00
- Espanyol gewinnt ohne Gegentor: 2.80
Fazit
Espanyol reist als haushoher Favorit nach Valencia und sollte die drei Punkte einfahren. Levantes kurze Euphorie nach dem Sevilla-Sieg dürfte schnell verfliegen. Die taktische Disziplin und defensive Stärke der Gäste wird den entscheidenden Unterschied machen. Wir erwarten ein 0:1 oder 0:2 für Espanyol – ein professioneller Auswärtssieg für die Überraschungsmannschaft der Saison.
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