Am 16. Spieltag der Bundesliga empfängt der SC Freiburg den Hamburger SV im Europa-Park Stadion. Während die Breisgauer nach zuletzt gemischten Ergebnissen wieder in die Erfolgsspur zurückfinden wollen, kämpfen die Hanseaten weiterhin gegen den Abstieg. Mit zahlreichen Verletzungen im HSV-Kader könnte Freiburg die Gelegenheit nutzen, wichtige Punkte für das Mittelfeld einzufahren.
Der SC Freiburg steht nach 15 Spieltagen mit 20 Punkten auf dem neunten Tabellenplatz und hat in dieser Saison bereits gezeigt, dass er zu Hause eine Macht sein kann. Der HSV hingegen befindet sich mit 16 Punkten auf Rang 13 in einer schwierigen Phase und muss dringend punkten, um nicht weiter in den Abstiegsstrudel zu geraten. Die personelle Situation beim Aufsteiger verschärft sich zudem durch mehrere wichtige Ausfälle, was die Aufgabe in Freiburg noch komplizierter macht.
Formbetrachtung: SC Freiburg

Das 1:1-Unentschieden gegen Borussia Dortmund am 14. Dezember zeigte zudem, dass Freiburg auch gegen Topteams mithalten kann. Vor allem die Heimstärke könnte an diesem Spieltag ein entscheidender Faktor sein. Allerdings offenbarte die 1:2-Niederlage bei Heidenheim am 6. Dezember auch Schwächen in der Defensive, die der HSV theoretisch ausnutzen könnte.
In der Europa League läuft es für die Freiburger parallel gut – der 1:0-Sieg gegen RB Salzburg am 11. Dezember unterstrich die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Teams. Diese Doppelbelastung könnte jedoch auch zu Ermüdungserscheinungen führen, was bei der Prognose zu berücksichtigen ist.
Die offensive Ausrichtung unter Julian Schuster zahlt sich aus: Mit Vincenzo Grifo als Topscorer (4 Tore) verfügt Freiburg über einen erfahrenen Spielmacher, der sowohl Tore erzielen als auch vorbereiten kann. Junior Manzambi hat mit drei Treffern ebenfalls seine Qualitäten bewiesen, während Dorian Scherhant und Igor Matanović jeweils zwei Tore beisteuerten.
Schlüsselspieler SC Freiburg
| Spieler | Tore | Assists | Einsätze | Position | Alter |
| Vincenzo Grifo | 4 | 2 | 14 | Linksaußen | 32 |
| Junior Manzambi | 3 | 1 | 11 | Offensives Mittelfeld | 21 |
| Dorian Scherhant | 2 | 0 | 8 | Rechtsaußen | 21 |
| Maximilian Eggestein | 0 | 2 | 14 | Defensives Mittelfeld | 27 |
| Matthias Ginter | 0 | 2 | 14 | Innenverteidiger | 30 |
Aktuelle Leistungsbewertung: Hamburger SV

Besonders bitter war die 1:4-Heimniederlage gegen TSG Hoffenheim am 13. Dezember, bei der die Defensive der Norddeutschen völlig überfordert wirkte. Das 3:2 gegen Werder Bremen am 7. Dezember war hingegen ein Lichtblick und zeigte, dass die Mannschaft durchaus in der Lage ist, wichtige Siege einzufahren. Das 1:1 gegen Eintracht Frankfurt am 20. Dezember war zumindest ein Punktgewinn gegen einen europäischen Konkurrenten.
Die größte Herausforderung für Trainer Merlin Polzin ist derzeit die Verletzungsmisere. Mit Yussuf Poulsen und Robert Glatzel fallen die beiden nominellen Mittelstürmer aus. Poulsen, der erst im Sommer von RB Leipzig kam und als Führungsspieler eingeplant war, laboriert an einer Bänderverletzung mit Syndesmosebeteiligung und wird bis in den Januar hinein fehlen. Glatzel kämpft mit einem Muskelfaserriss. Beide haben in dieser Saison erst jeweils ein Tor erzielt.
Auch in der Defensive fehlen mit Warmed Omari und Daniel Elfadli zwei wichtige Innenverteidiger, was die ohnehin wackelige Abwehr zusätzlich schwächt. Jean-Luc Dompé, ein kreativer Offensivspieler, fehlt ebenfalls. Diese Ausfälle zwingen Polzin zu improvisieren und auf weniger erfahrene Spieler zu setzen.
Ransford Königsdörffer wird im Sturm die Hauptlast tragen müssen, obwohl er lange Zeit Schwierigkeiten hatte, in der Bundesliga anzukommen. Erst gegen Dortmund traf er zum ersten Mal in dieser Saison. Rayan Philippe, der von Eintracht Braunschweig kam, wird ebenfalls eine wichtige Rolle spielen müssen.
Schlüsselspieler Hamburger SV
| Spieler | Tore | Assists | Einsätze | Position | Alter |
| Ransford Königsdörffer | 1 | 0 | 14 | Mittelstürmer | 24 |
| Rayan Philippe | 0 | 1 | 13 | Rechtsaußen | 25 |
| Albert Sambi Lokonga | 1 | 1 | 12 | Zentrales Mittelfeld | 25 |
| Luka Vuskovic | 1 | 0 | 11 | Innenverteidiger | 18 |
| Jonas Meffert | 0 | 1 | 15 | Defensives Mittelfeld | 30 |
Direktvergleich der Teams
Die jüngere Geschichte der Direktbegegnungen spricht eine klare Sprache zugunsten des SC Freiburg. In den letzten fünf Aufeinandertreffen konnte der HSV kein einziges Mal gewinnen. Besonders deutlich fiel das Testspiel im Januar 2023 aus, als Freiburg mit 6:2 triumphierte. Auch im DFB-Pokal im Oktober 2024 setzte sich Freiburg mit 2:1 durch.
Das letzte Bundesliga-Duell der beiden Teams liegt bereits einige Jahre zurück, da der HSV zwischen 2018 und 2025 in der zweiten Liga spielte. Damals, im Januar 2018, siegte der HSV mit 1:0. Im April 2018 gelang Freiburg ein 1:0-Auswärtssieg in Hamburg. Die historische Bilanz in der Bundesliga zeigt insgesamt 36 Spiele zwischen beiden Mannschaften, wobei Freiburg acht Siege, 14 Unentschieden und 14 Niederlagen aufweisen kann.
Der jüngste Trend spricht jedoch eindeutig für die Breisgauer. Freiburg hat sich in den letzten Jahren als etabliertes Bundesliga-Team bewiesen und sogar international gespielt, während der HSV lange um den Wiederaufstieg kämpfen musste. Diese unterschiedliche Entwicklung spiegelt sich auch in der Qualität der Kader wider.
| Datum | Ergebnis | Wettbewerb |
| 30.10.2024 | SC Freiburg 2:1 HSV | DFB-Pokal |
| 13.01.2023 | SC Freiburg 6:2 HSV | Testspiel |
| 19.04.2022 | HSV 1:3 SC Freiburg | DFB-Pokal |
| 21.04.2018 | HSV 1:0 SC Freiburg | Bundesliga |
| 07.01.2018 | SC Freiburg 1:1 HSV | Testspiel |
Letzte 5 Begegnungen beider Teams
| Mannschaft | Ergebnisse der letzten 5 Spiele |
| SC Freiburg | Sieg (4:3 vs Wolfsburg) – Unentschieden (1:1 vs Dortmund) – Sieg (1:0 vs Salzburg) – Niederlage (1:2 vs Heidenheim) – Sieg (2:0 vs Darmstadt) |
| Hamburger SV | Unentschieden (1:1 vs Frankfurt) – Niederlage (1:4 vs Hoffenheim) – Sieg (3:2 vs Bremen) – Niederlage (1:2 vs Kiel) – Sieg (2:1 vs Stuttgart) |
Taktische Betrachtung
Freiburg unter Julian Schuster setzt auf ein variables System, das zwischen einer Viererkette und Dreierkette wechseln kann. Die Mannschaft ist bekannt für ihr intensives Pressing und schnelle Konter. Besonders über die Außenbahnen versuchen die Breisgauer, Gefahr zu erzeugen. Grifo auf der linken Seite ist dabei oft der kreative Kopf, während auf der rechten Seite Scherhant oder andere Flügelspieler für Tempo sorgen.
In der Defensive steht Freiburg in dieser Saison jedoch nicht so sicher wie in vergangenen Jahren. Die Mannschaft hat bereits 23 Gegentore kassiert, was für Freiburger Verhältnisse recht viel ist. Besonders bei Standards zeigt sich die Mannschaft anfällig. Hier könnte der HSV theoretisch ansetzen, wenn die Hamburger es schaffen, gefährliche Standardsituationen zu kreieren.
Der Hamburger SV unter Merlin Polzin versucht, kompakt zu stehen und über Konter zu Chancen zu kommen. Mit den Ausfällen von Poulsen und Glatzel fehlt jedoch die Durchschlagskraft im Angriff. Königsdörffer ist zwar ein fleißiger Arbeiter, aber nicht der klassische Zielspieler, der Bälle festmachen kann. Philippe bringt Tempo mit, muss aber noch beweisen, dass er in der Bundesliga dauerhaft bestehen kann.
Die Defensive des HSV ist in dieser Saison das größte Problem. Mit 31 Gegentoren stellt Hamburg eine der schwächsten Abwehrreihen der Liga. Die Verletzungen von Omari und Elfadli verschärfen die Situation zusätzlich. Die jungen Verteidiger Vuskovic und Soumahoro müssen Verantwortung übernehmen, sind aber noch nicht auf dem Niveau, um gegen etablierte Bundesliga-Angriffe konstant zu bestehen.
Für Freiburg gilt es, die Räume hinter der HSV-Abwehr mit schnellen Pässen zu nutzen. Manzambi und Grifo haben die Qualität, die Hamburger Defensive mit ihren Läufen auseinanderzuziehen. Bei eigenem Ballbesitz sollte Freiburg geduldig bleiben und auf Fehler der Gäste warten, die unter Druck wahrscheinlich kommen werden.
Voraussichtliche Startformationen
SC Freiburg Aufstellung (4-2-3-1)
Tor: Atubolu
Abwehr: Kübler, Ginter, Lienhart, Günter
Mittelfeld: Eggestein, Röhl
Offensive: Scherhant, Höler, Grifo
Sturm: Manzambi
Hamburger SV Aufstellung (4-3-3)
Tor: Heuer Fernandes
Abwehr: Mikelbrencis, Vuskovic, Torunarigha, Muheim
Mittelfeld: Meffert, Lokonga, Capaldo
Offensive: Philippe, Königsdörffer, Baldé
Unser SC Freiburg - HSV Experten Wett Tipp:
Der SC Freiburg geht als klarer Favorit in diese Partie. Die Heimstärke der Breisgauer, kombiniert mit der desolaten Auswärtsbilanz und der massiven Verletzungsmisere beim HSV, sprechen eine deutliche Sprache. Dennoch sollte man die Hamburger nicht komplett abschreiben – als Aufsteiger haben sie nichts zu verlieren und könnten befreit aufspielen.
Heimsieg SC Freiburg
Die aktuelle Form und die personelle Situation sprechen klar für einen Heimsieg der Freiburger. Das Team von Julian Schuster hat in den letzten Wochen gezeigt, dass es vor heimischem Publikum überzeugen kann. Der HSV hingegen ist auswärts extrem schwach und hat mit den Ausfällen von Poulsen, Glatzel und weiteren Leistungsträgern kaum die Möglichkeit, in Freiburg zu bestehen. Die offensive Qualität von Grifo, Manzambi und Co. sollte ausreichen, um die wackelige HSV-Defensive mehrfach zu überwinden.
Über 2,5 Tore im Spiel
Beide Teams haben in dieser Saison gezeigt, dass sie anfällig in der Defensive sind. Freiburg kassierte bereits 23 Gegentore, der HSV sogar 31. Gleichzeitig verfügen die Breisgauer über eine durchaus potente Offensive, die in der Lage ist, mehrere Treffer zu erzielen. Auch der HSV hat in einigen Spielen bewiesen, dass er Tore erzielen kann – siehe das 3:2 gegen Bremen oder das 2:1 gegen Stuttgart. Bei dieser Konstellation ist mit einem offenen Schlagabtausch zu rechnen, bei dem mindestens drei Tore fallen sollten.
Vincenzo Grifo trifft
Der erfahrene Italiener ist mit vier Saisontoren der beste Schütze der Freiburger und eine ständige Gefahr. Grifo ist nicht nur beim Torabschluss gefährlich, sondern auch bei Standards extrem wertvoll. Gegen eine geschwächte HSV-Defensive, die zudem mit Verletzungen zu kämpfen hat, sollte Grifo gute Chancen haben, seine Torquote weiter auszubauen. Seine Erfahrung und Abschlussstärke machen ihn zum idealen Kandidaten für einen Treffer an diesem Spieltag.
- Heimsieg SC Freiburg: Quote ca. 1.65
- Über 2,5 Tore: Quote ca. 1.75
- Vincenzo Grifo trifft: Quote ca. 2.80
Fazit
Der SC Freiburg sollte in dieser Partie als klarer Favorit ins Rennen gehen. Die Kombination aus Heimvorteil, besserer Form und der desolaten personellen Situation beim HSV spricht für einen ungefährdeten Heimsieg. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann den Heimsieg mit “Über 2,5 Toren” kombinieren, da beide Teams defensive Schwächen aufweisen. Mutigere Wetter können auf Grifo als Torschützen setzen – der Italiener hat die Qualität, gegen eine geschwächte HSV-Abwehr zu treffen.
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