Alemannia Aachen rüstet für das Derby auf: Gindorf komplettiert Leih-Quartett

Natalia Schubert
geprüft von Lukas Stratmann | 3 Min. Lesezeit

Hannover-Talent verstärkt Drittliga-Aufsteiger vor dem Prestigeduell gegen Rot-Weiss Essen – Kurz vor dem mit Spannung erwarteten Westschlager bei Rot-Weiss Essen (Sonntag, 19:30 Uhr) hat Alemannia Aachen seine Transferoffensive perfekt gemacht. Mit Lars Gindorf sicherten sich die Kaiserstädter per Leihe bis Saisonende die Dienste eines vielversprechenden Offensivtalents von Zweitliga-Tabellenführer Hannover 96. Der 24-Jährige ist bereits der vierte Neuzugang innerhalb einer Woche für den ambitionierten Drittliga-Aufsteiger.

Späte Transferoffensive nach schleppender Kaderplanung

Noch vor wenigen Wochen schien die Kaderplanung bei der Alemannia zu stagnieren. Die verspätete Verpflichtung von Sport-Geschäftsführer Rachid Azzouzi Anfang August hatte die Planungen merklich verzögert. Doch in der finalen Transferwoche läuft es nun rund am Tivoli: Nach Pierre Nadjombe (1. FC Magdeburg), Niklas Castelle (SSV Ulm) und Mika Schroers (Arminia Bielefeld) komplettiert Gindorf das Leih-Quartett.

“Wir haben uns sehr darum bemüht, Lars nach Aachen zu lotsen, und dementsprechend glücklich bin ich darüber, dass wir die Leihe nun finalisieren konnten”, betont Azzouzi die Bedeutung des Transfers. Der gebürtige Saarländer bringt mit seinem Marktwert von 600.000 Euro nicht nur sportliche Qualität mit, sondern wird auch zum wertvollsten Spieler im Aachener Kader.

Beeindruckende Torquote in der Regionalliga

Gindorfs Statistiken sprechen für sich: In 51 Regionalliga-Einsätzen für Hannover 96 II erzielte er 36 Treffer – eine außergewöhnliche Quote für einen Mittelfeldspieler. In der vergangenen Saison schaffte er zudem den Sprung in die Profimannschaft und kam auf 24 Zweitliga-Einsätze. In dieser Spielzeit blieb ihm unter dem neuen Trainer Christian Titz jedoch nur ein Regionalliga-Einsatz, bei dem er prompt doppelt traf und eine weitere Vorlage lieferte.

“Lars bringt schon jetzt viel mit und hat weiterhin viel Potenzial, um die nächsten Schritte zu machen. Dafür muss er aber einfach auf den Platz”, begründet Hannovers Geschäftsführer Marcus Mann das Leihgeschäft. Die Aussicht auf regelmäßige Spielpraxis konnte Hannover dem ehrgeizigen Mittelfeldmann aktuell nicht garantieren.

Wiedersehen mit Ex-Kollege Sulejmani

Für Gindorf schließt sich in Aachen ein Kreis: Er trifft auf seinen ehemaligen Mannschaftskameraden Valmir Sulejmani, der in der vergangenen Saison noch für Hannover 96 II auflief. “Auch Valmir Sulejmani, den ich aus unserer gemeinsamen Zeit in Hannover kenne, hat bei mir viel Werbung für eine Leihe nach Aachen gemacht”, verrät der Neuzugang.

Trainer Benedetto Muzzicato, selbst einst im Hannover-Nachwuchs aktiv, zeigt sich begeistert von der Verpflichtung: “Die Leihe von Lars gibt uns noch mehr Entfaltungsmöglichkeiten in unserem Offensivspiel. Er ist ein Spieler, der mit seinem Spielverständnis und seinen technischen Veranlagungen perfekt in unser ballbesitzorientiertes System passt.”

Schwieriger Saisonstart für die Alemannia

Die Verstärkungen kommen zur rechten Zeit, denn der Saisonstart verlief für den Aufsteiger alles andere als wunschgemäß. Nach drei Spieltagen steht Aachen mit nur einem Punkt auf dem vorletzten Tabellenplatz. Das anstehende Derby bei Rot-Weiss Essen wird somit zum richtungsweisenden Spiel für beide Traditionsklubs.

Immerhin: Alle vier Neuzugänge sind bereits spielberechtigt und könnten schon am Sonntag im mit 20.650 Zuschauern ausverkauften Stadion an der Hafenstraße zum Einsatz kommen. Für Gindorf wäre es nach Stationen beim 1. FC Saarbrücken, FC Ingolstadt, SV Elversberg und SC Freiburg in der Jugend sowie dem FC Memmingen die nächste Station seiner bereits bewegten Karriere.

Mit dem verstärkten Kader will die Alemannia nun die Wende einleiten und sich schnellstmöglich von den Abstiegsrängen distanzieren. Der erste Schritt soll ausgerechnet beim Erzrivalen aus Essen gelingen.

Natalia Schubert - Fußballanalystin & Sportjournalistin |
Natalia Schubert Natalia Schubert ist Fußballanalystin und seit über zwölf Jahren im professionellen Sportjournalismus tätig. Sie analysiert nationale und internationale Wettbewerbe mit Schwerpunkt auf taktischen Zusammenhängen, statistischen Auswertungen und der Einordnung sportlicher Leistungen.

In dieser Zeit schrieb sie für verschiedene renommierte Sportmagazine und Online-Redaktionen, für die sie Spielanalysen, Vorberichte und Hintergrundartikel verfasste. Ihre Arbeit ist geprägt von einer strukturierten Analyse und einer verständlichen Einordnung sportlicher und statistischer Zusammenhänge.