Kann Borussia Dortmund Meister 2025/26 werden? Wett-Tipps & Quoten

Natalia Schubert
geprüft von Lukas Stratmann | 5 Min. Lesezeit

Die Sehnsucht nach dem Meistertitel ist in Dortmund groß. Seit 2012, als die Mannschaft von Jürgen Klopp zuletzt die Schale in den Himmel reckte, träumen die Fans der Borussia von einer Wiederholung dieser glorreichen Zeiten. Doch kann der BVB in der Saison 2025/26 tatsächlich den großen Coup landen? Eine umfassende Analyse der aktuellen Situation zeigt: Die Chancen stehen nicht optimal.

Die Ausgangslage: BVB als Außenseiter

Die Buchmacher sehen Borussia Dortmund in der kommenden Saison als klaren Außenseiter im Titelrennen. Mit Quoten zwischen 10.00 und 11.00 rangiert der BVB deutlich hinter den Topfavoriten FC Bayern München (1.29 bis 1.35) und Bayer 04 Leverkusen (8.00 bis 8.20). Diese Einschätzung kommt nicht von ungefähr, denn die vergangene Saison 2024/25 verlief für die Schwarzgelben alles andere als nach Plan.

Der Kovac-Effekt: Rettung statt Revolution

Als Niko Kovac im Februar 2025 das Traineramt von Nuri Sahin übernahm, befand sich der BVB auf dem elften Tabellenplatz – eine katastrophale Ausgangslage. Was folgte, war eine bemerkenswerte Aufholjagd, die Kovac zu einer der größten Trainerleistungen in der BVB-Geschichte verhalf. Mit einer pragmatischen Herangehensweise, die auf Disziplin, Laufbereitschaft und taktischer Flexibilität basierte, führte er die Mannschaft noch auf Platz vier und damit in die Champions League.

Kovacs taktische Revolution

Der kroatische Trainer revolutionierte die Spielweise der Dortmunder grundlegend:

  • Umstellung auf Dreierkette: Nach anfänglichen Schwierigkeiten fand Kovac in der 3-4-2-1-Formation die ideale Aufstellung für seine Mannschaft
  • Erhöhte Laufleistung: Von durchschnittlich 112-118 km unter Sahin steigerte sich das Team auf konstant über 122 km pro Spiel
  • Standardsituationen als Waffe: Mit Alex Clapham als dediziertem Standard-Trainer wurde diese Facette des Spiels zur neuen Stärke
  • Defensivstabilität: Durch die Dreierkette mit Schlotterbeck, Can und Anton gewann der BVB an defensiver Stabilität

Transfermarkt: Bescheidene Verstärkungen

Die Transferaktivitäten des BVB für die Saison 2025/26 lassen Zweifel an den hohen Ambitionen aufkommen:

Zugänge:

  • Jobe Bellingham (AFC Sunderland, 30,5 Mio. €): Der jüngere Bruder von Jude soll im Mittelfeld für frische Impulse sorgen
  • Daniel Svensson (FC Nordsjaelland): Linksverteidiger, fest verpflichtet nach Leihe
  • Yan Couto (Manchester City): Rechtsverteidiger, ebenfalls nach Leihe fest verpflichtet

Abgänge:

  • Jamie Gittens (FC Chelsea, 56 Mio. €): Der wichtigste Abgang, ein großer Verlust für die offensive Durchschlagskraft
  • Youssoufa Moukoko: Verlässt den Verein ebenfalls

Die Transferbilanz zeigt: Während die Konkurrenz massiv aufrüstet, agiert der BVB zurückhaltend. Besonders der Verlust von Gittens wiegt schwer, da der junge Engländer zu den kreativsten Spielern im Kader zählte.

Die Konkurrenz: Bayern und Leverkusen enteilt

FC Bayern München: Der unantastbare Favorit

Die Münchner gehen als haushoher Favorit in die neue Saison. Mit Neuzugängen wie Luis Diaz vom FC Liverpool und Jonathan Tah von Bayer Leverkusen haben sie ihre ohnehin schon beeindruckende Mannschaft weiter verstärkt. Die extrem niedrigen Meisterquoten von 1.29 sprechen eine deutliche Sprache.

Bayer 04 Leverkusen: Im Umbruch, aber gefährlich

Trotz des Abgangs von Erfolgscoach Xabi Alonso (zu Real Madrid) und Schlüsselspielern wie Florian Wirtz (FC Liverpool) wird die Werkself weiterhin als zweite Kraft eingeschätzt. Mit Erik ten Hag als neuem Trainer und gezielten Verstärkungen wie Malik Tillman bleibt Leverkusen ein ernstzunehmender Konkurrent.

Sportliche Perspektive: Champions League als realistisches Ziel

Sportchef Lars Ricken hat das Saisonziel klar formuliert: Champions League-Qualifikation, und zwar nicht am seidenen Faden hängend. Diese zurückhaltende Zielsetzung ist symptomatisch für die aktuelle Situation des BVB. Die Vereinsführung weiß um die eigenen Grenzen und vermeidet bewusst vollmundige Versprechen.

Stärken des BVB:

  • Erfahrener Trainer: Niko Kovac hat bewiesen, dass er Mannschaften stabilisieren kann
  • Defensive Stabilität: Die Dreierkette funktioniert
  • Kopfballstärke: Mit Guirassy, Schlotterbeck und Bensebaini bei Standards gefährlich
  • Mentalität: Unter Kovac hat sich die Einstellung verbessert

Schwächen des BVB:

  • Kaderstärke: Im Vergleich zur Konkurrenz fehlt es an Qualität in der Breite
  • Offensive Durchschlagskraft: Der Verlust von Gittens ist noch nicht kompensiert
  • Konstanz: Über 34 Spieltage die nötige Konstanz zu zeigen, war in den letzten Jahren ein Problem
  • Finanzielle Mittel: Im Vergleich zu Bayern und zunehmend auch Leverkusen limitiert

Wettquoten und Expertenmeinungen

Die Wettanbieter sind sich einig: Der BVB ist bestenfalls dritte Kraft im deutschen Fußball. Interessant sind jedoch die Spezialwetten:

  • BVB Meister ohne Bayern: Quote 2.75 – hier zeigt sich, dass Dortmund durchaus als zweitstärkste Kraft gesehen wird
  • Top-4-Platzierung: Quote 1.25 – die Champions League-Qualifikation wird als realistisch eingeschätzt
  • Serhou Guirassy Torschützenkönig: Quote 5.50 – hinter Harry Kane die zweitbeste Quote

Prognose: Mit Ach und Krach in die Königsklasse

Die realistische Einschätzung für die Saison 2025/26 fällt ernüchternd aus: Borussia Dortmund wird aller Voraussicht nach nicht um die Meisterschaft mitspielen. Zu groß ist der Abstand zu Bayern München, zu ambitioniert präsentiert sich Bayer Leverkusen trotz Umbruch.

Das wahrscheinlichste Szenario: Der BVB kämpft mit RB Leipzig, Eintracht Frankfurt und möglicherweise dem VfB Stuttgart um die Plätze drei und vier. Die Champions League-Qualifikation wird das Maß aller Dinge sein – und selbst dieses Ziel könnte, anders als von Ricken erhofft, erst am letzten Spieltag erreicht werden.

Fazit: Geduld ist gefragt

Die Dortmunder Fans müssen sich weiter in Geduld üben. Die Meisterschaft 2026 wird aller Voraussicht nach nicht in schwarzgelbe Hände wandern. Unter Niko Kovac hat der Verein zwar Stabilität gewonnen, doch für den ganz großen Wurf fehlt es an mehreren Stellschrauben:

  1. Investitionen: Ohne signifikante Verstärkungen wird es schwer, die Lücke zur Spitze zu schließen
  2. Kontinuität: Kovac braucht Zeit, seine Ideen vollständig umzusetzen
  3. Talententwicklung: Der BVB muss seinem Ruf als Talentschmiede wieder gerecht werden

Die gute Nachricht: Mit einem Platz unter den ersten Vier und damit der Qualifikation für die Champions League 2026/27 wäre die Saison keineswegs verloren. Es würde die finanzielle Basis für künftige Investitionen sichern und dem Trainer die nötige Zeit verschaffen, ein konkurrenzfähiges Team zu formen.

Für Wettfreunde bietet der BVB durchaus interessante Optionen: Die Quote von 11.00 auf die Meisterschaft mag verlockend sein, realistischer erscheint jedoch eine Wette auf die Top-4-Platzierung. Auch Kombinationswetten, etwa BVB in den Top 4 zusammen mit Bayern als Meister, könnten sich lohnen.

Die Zeiten, in denen Borussia Dortmund als ernsthafter Titelkandidat galt, sind vorerst vorbei. Doch wer weiß – im Fußball ist bekanntlich alles möglich. Und sollten die Bayern straucheln und Leverkusen der Umbruch misslingen, könnte sich plötzlich doch eine Chance auftun. Bis dahin heißt es für die schwarzgelbe Anhängerschaft: Echte Liebe beweisen und die Mannschaft auf dem Weg zurück an die Spitze unterstützen.

Natalia Schubert - Fußballanalystin & Sportjournalistin |
Natalia Schubert Natalia Schubert ist Fußballanalystin und seit über zwölf Jahren im professionellen Sportjournalismus tätig. Sie analysiert nationale und internationale Wettbewerbe mit Schwerpunkt auf taktischen Zusammenhängen, statistischen Auswertungen und der Einordnung sportlicher Leistungen.

In dieser Zeit schrieb sie für verschiedene renommierte Sportmagazine und Online-Redaktionen, für die sie Spielanalysen, Vorberichte und Hintergrundartikel verfasste. Ihre Arbeit ist geprägt von einer strukturierten Analyse und einer verständlichen Einordnung sportlicher und statistischer Zusammenhänge.