Das ZDF wird ab der Saison 2025/26 erstmals Spiele der UEFA Women’s Champions League live im Hauptprogramm übertragen. Die Europäische Rundfunkunion (EBU) einigte sich mit dem UEFA-Rechtevermarkter UC3 auf einen Fünfjahresvertrag bis 2030, der den öffentlich-rechtlichen Sendern wöchentlich eine Live-Übertragung ermöglicht.
Der Deal markiert einen Wendepunkt für die mediale Präsenz des Frauenfußballs in Deutschland. Neben der regulären Berichterstattung sicherte sich das ZDF die Rechte für ein Halbfinale sowie das Endspiel der Königsklasse. Die genauen Übertragungspläne will der Mainzer Sender in Kürze bekanntgeben.
Disney+ wird neuer Hauptrechteinhaber
Parallel zur Free-TV-Vereinbarung überträgt Disney+ ab Oktober 2025 exklusiv alle 75 Spiele der Champions League pro Saison. Der Streamingdienst löst damit DAZN als bisherigen Rechteinhaber ab und steigt erstmals in den europäischen Live-Fußball ein. Die Produktion übernimmt der Disney-Tochtersender ESPN.
„Diese neuen Übertragungsvereinbarungen sind wichtige Meilensteine in der kontinuierlichen Entwicklung des Frauenfußballs in Europa”, betont Guy-Laurent Epstein, Co-Direktor des Rechtevermarkters UC3. Die Partien werden für Disney+-Abonnenten ohne Zusatzkosten verfügbar sein.
Neues Liga-Format ab 2025/26
Die UEFA führt zur kommenden Saison ein grundlegend überarbeitetes Format ein. Statt der bisherigen Gruppenphase mit 16 Teams treten künftig 18 Mannschaften in einer gemeinsamen Liga an. Jedes Team absolviert sechs Partien – drei Heim- und drei Auswärtsspiele.
Die besten vier Teams qualifizieren sich direkt für das Viertelfinale, während die Plätze fünf bis zwölf in Play-offs um die verbleibenden Viertelfinalplätze kämpfen. Das Finale 2026 findet vom 22. bis 24. Mai im Ullevaal-Stadion in Oslo statt.
Deutsche Teams vor unterschiedlichen Herausforderungen
Aus der Bundesliga haben sich Meister FC Bayern München und Vizemeister VfL Wolfsburg direkt für die neue Ligaphase qualifiziert. Eintracht Frankfurt muss als Tabellendritter den Umweg über die Qualifikation nehmen.
Die Hessinnen starten am 4. September in der ersten Qualifikationsrunde, die als Mini-Turnier im K.o.-Modus ausgetragen wird. Bei einem Weiterkommen warten am 18./19. sowie 25./26. September die Hin- und Rückspiele der zweiten Qualifikationsrunde. Die Auslosung der Mini-Turniere erfolgte bereits am 5. Juli im UEFA-Hauptquartier in Nyon.
Verstärkung für Frankfurt: Ilestedt kommt von Arsenal
Für die anstehenden Aufgaben hat sich Eintracht Frankfurt prominent verstärkt. Amanda Ilestedt wechselt ablösefrei vom Champions-League-Sieger FC Arsenal an den Main. Die 32-jährige schwedische Nationalspielerin unterschrieb einen Dreijahresvertrag bis 2028.
„Ich komme hier her, um Spiele zu gewinnen und Titel zu holen”, erklärte die 78-fache Nationalspielerin bei ihrer Vorstellung. Mit ihrer Erfahrung aus Stationen bei Bayern München (2019-2021), Paris Saint-Germain und Arsenal soll sie die durch die Abgänge von Sara Doorsoun und Sophia Kleinherne entstandene Lücke in der Defensive schließen.
Aufwertung durch TV-Präsenz
Stefan-Eric Wildemann, Leiter Fußball bei EBU Sport, sieht in der Free-TV-Vereinbarung einen wichtigen Baustein für die Weiterentwicklung: „Der frei empfangbare Zugang bleibt eines der wirksamsten Instrumente für das Wachstum des Frauenfußballs.”
Mit der Kombination aus Free-TV beim ZDF und Streaming bei Disney+ erreicht die UEFA Women’s Champions League ab der kommenden Saison eine nie dagewesene mediale Reichweite in Deutschland. Die erste Qualifikationsrunde startet bereits Anfang September, die neue Ligaphase beginnt am 8. Oktober 2025.


