Spanien beendet deutsche Unbesiegbarkeit: Bonmatí schießt La Roja ins EM-Finale

Natalia Schubert
geprüft von Lukas Stratmann | 2 Min. Lesezeit

Dramatisches 1:0 nach Verlängerung im Halbfinale – Deutschland verliert erstmals gegen Spanien. Die spanische Frauenfußball-Nationalmannschaft hat am Mittwochabend Geschichte geschrieben. Mit einem hart erkämpften 1:0-Erfolg nach Verlängerung gegen Deutschland zog La Roja erstmals in ein EM-Finale ein. Der goldene Treffer von Aitana Bonmatí in der 113. Minute beendete nicht nur die deutschen Titelträume, sondern auch eine beeindruckende Serie: Noch nie zuvor hatte eine deutsche Auswahl gegen Spanien verloren.


Der entscheidende Moment

Nach 90 torlosen Minuten und einer ausgeglichenen Verlängerung schien alles auf ein Elfmeterschießen hinauszulaufen. Doch dann schlug Spaniens Ausnahmespielerin zu: Nach einem Ballverlust von Sydney Lohmann im Mittelfeld schaltete Spanien blitzschnell um. Bonmatí nahm den präzisen Zuspiel direkt und platzierte den Ball unhaltbar im kurzen Eck. Ann-Katrin Berger, die zuvor mit mehreren Glanzparaden ein früheres Ausscheiden verhindert hatte, war diesmal machtlos.

“Ich hätte das kurze Eck zumachen müssen”, analysierte die deutsche Torhüterin selbstkritisch nach Spielende. “Das geht auf meine Kappe. Es tut mir leid für die Mannschaft, die eine großartige Leistung gezeigt hat.”


Bonmatís emotionale Rückkehr

Für die zweifache Weltfußballerin war der Siegtreffer die Krönung eines bemerkenswerten Comebacks. Noch Ende Juni lag die Barcelona-Mittelfeldspielerin mit einer viralen Meningitis im Krankenhaus. Ihre Turnierteilnahme stand auf der Kippe.

“Die Geschichte meiner Rückkehr würde ein ganzes Buch füllen”, sagte eine sichtlich bewegte Bonmatí nach dem Abpfiff. “Dies war kein Zufall, sondern das Ergebnis harter Arbeit, mentaler Stärke und der Unterstützung vieler Menschen, die an mich geglaubt haben.”

Historische Dimensionen

Die Niederlage markiert für Deutschland gleich mehrere schmerzhafte Premieren. In neun vorherigen Duellen mit Spanien war die DFB-Auswahl ungeschlagen geblieben. Zudem scheiterte Deutschland erst zum zweiten Mal in einem EM-Halbfinale – das letzte Mal war dies 1993 gegen Italien der Fall.

Bundestrainer Christian Wück wollte nach dem Spiel keine Schuldzuweisungen vornehmen: “Weder Ann-Katrin noch Sydney tragen die Verantwortung für unser Ausscheiden. Das war eine brillante Einzelaktion von einer Weltklassespielerin. Manchmal entscheiden solche Momente große Spiele.”


Finale als WM-Revanche

Am Sonntag (18 Uhr, live im ZDF und bei DAZN) trifft Spanien im Finale auf England. Die Partie ist eine Neuauflage des WM-Endspiels von 2023, das Spanien für sich entschied. Für La Roja bietet sich nun die historische Chance, nach dem WM-Titel auch die Europameisterschaft zu gewinnen und damit das prestigeträchtige Double perfekt zu machen.

“Wir haben Geschichte geschrieben, indem wir zum ersten Mal ein EM-Finale erreicht haben”, betonte Bonmatí. “Aber unsere Mission ist noch nicht beendet. Wir wollen den Titel – das wäre die Krönung unserer bisherigen Arbeit.”

Für Deutschland hingegen beginnt nach dem bitteren Aus die Aufarbeitung. Die Mannschaft hatte über weite Strecken mitgehalten und gezeigt, dass sie mit den besten Teams Europas auf Augenhöhe agieren kann. Am Ende fehlte jedoch das entscheidende Quäntchen Glück – oder wie es Berger ausdrückte: “Ein kleiner Fehler hat unseren großen Traum zerstört.”

Natalia Schubert - Fußballanalystin & Sportjournalistin |
Natalia Schubert Natalia Schubert ist Fußballanalystin und seit über zwölf Jahren im professionellen Sportjournalismus tätig. Sie analysiert nationale und internationale Wettbewerbe mit Schwerpunkt auf taktischen Zusammenhängen, statistischen Auswertungen und der Einordnung sportlicher Leistungen.

In dieser Zeit schrieb sie für verschiedene renommierte Sportmagazine und Online-Redaktionen, für die sie Spielanalysen, Vorberichte und Hintergrundartikel verfasste. Ihre Arbeit ist geprägt von einer strukturierten Analyse und einer verständlichen Einordnung sportlicher und statistischer Zusammenhänge.